Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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etter, m.

etter, m.
sepes, septum, alts. ëder, ags. ëdor, ahd. ëtar, mhd. ëter, noch heute in der Schweiz (Stalder 1, 115) und in Baiern (Schmeller 1, 128) etter, ein uraltes wort, wofür sich schon ein goth. idrs, wo nicht aidrs vermuten läszt, da auch finn. der zaun aita, estn. aid, aed, lapp. aidde heiszt. auf der andern seite klingt das ir. ithir an, a cornfield, also the soil of any ground, wobei man das ir. und welsche ith granum erwägen kann. es war natürlich, dasz die vorstellungen zaun und eingezäuntes feld oder grundstück, flur einander vertraten, wie gerade zûn, ags. tûn sepes im altn. tûn viridarium, oppidum ausdrücken. edor kann daher auch den eingefriedigten raum des ackers wie des hauses bedeuten:
lêddun ina wlanke man
ërlos under ëderôs, thar was eld mikil.
Hel. 151, 1,
sie leiteten ihn unter die zäune, in den hof zur feuerstätte;
hêht þâ eorla hleo eahta mearas
fæted hleore on flet teon,
in under eoderas.
Beov. 2068,
er hiesz die acht pferde in den vorhof (das fletze), unter die etter ziehen;
eorl vîsade in under edoras.
Cœdm. 147, 25;
in under ëdoras.
150, 5,
welche beiden letzten stellen deutlich das haus, die wohnung selbst meinen.
ich hôrte grôʒen vogelsanc
in dem garten wünneclich
ûf einer linde lobelich,
diu stuont ob einem brunnen
und schirmde in vor der sunnen
und vor allem wëtere.
innerthalp dem ëtere
saʒ diu liebe vrouwe mîn.
Heinzelins minnelehre 1646,
hier ist der etter ein brunnengehege unter der linde im garten. item die winreben zu Wülflingen sollend also in gutem frid sein und ligen, als ein gut in nün ettern (in neun zäunen). weisth. 1, 139; wer ouch, das dehein man des vogtes ungnade verschuldet hette mit unzüchten, flühe der ze sant Märien in den ettern, so sol ime der vogt nit nachfolgen weder ze rosse noch ze fusze denne unz an den ettern, wand das gotzhus von alter also gefriget ist, das man da nieman vahen noch slahen sol. 1, 339. um das dorf, um die mark herum befand sich eine solche hegung, welche der dorfetter, dorfitter hiesz, weisth. 1, 752. 753, und wonach auch einzelne dörfer den namen führen, z. b. Itter, in Oberhessen. man sagte innerhalb, oder auszerhalb etters stehen. weisth. 1, 29. 121; binnen dem eder. 3, 797; den etter räumen, den eder ruimen. 3, 146; missethäter musten bis an den etter, vor den etter zugeliefert werden. 3, 644. 797. etter und zaun wurden aber im alterthum weder aufgeschlagen noch gesteint, sondern immer aus ruthen und dörnern geflochten:
do grebt man schwefel, macht salpeter,
der zeunt, ein ander flicht das eter.
Thurneisser archidoxa bl. 11.
zu beachten sind die stellen, wo zwischen zaun und etter unterschieden wird. im bairischen volksrecht, cap. de sepe rupta heiszt es: si illam sepem irruperit vel dissipaverit, quam eʒʒisczûn vocant, cum uno solido componat et restitutione. superiorem vero virgam, quam ëtarcartea vocamus, quae sepis continet firmitatem, si eam injuste reciderit, simili modo cum solido componat, eo quod minime tunc sepis vitiata animalis sustinet impetum. die ëtarcartea d. i. ettergerte festigte hauptsächlich den getraidezaun (eʒʒisczûn), war also nur ein theil des zauns; weisth. 3, 889 ist die rede von einem neun etter, d. i. ruthen hohen zaun: item ein hune (henne) sal einen gank han, so fern als einer uf einem hause gritelig (gespreizt) sitzend mit einem ei wirft, thut sie aber schaden, so sol man machen einen zun ix edere hoch, flugt sie dan daruber, so hat man macht sie zu erschlagen. s. die vorhin aus 1, 139 angeführte stelle.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1861), Bd. III (1862), Sp. 1180, Z. 46.

ettern

ettern,
sepire: sollen die zeun mit zweien ätern geätert sein. weisth. 1, 263; und hat ein vogt nicht me rechtens in dem forst, dan das er einen wagen voller gerten zu einem geetterten zaun ... hawen möge. 1, 584. es gab also geetterte und ungeetterte zäune.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1861), Bd. III (1862), Sp. 1181, Z. 38.

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Zitationshilfe
„ettern“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/ettern>, abgerufen am 20.09.2021.

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