Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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atze, m.

atze, m.
asinus, aus esel gebildet in der weise von Matz, Götz, Lutz, Fritz:
und helt mich albeg für ein atzen,
und heiszt mich stetigs schantkatze.
fastn. sp. 47, 16;
in welchem sinne schon Walthers Gêrhart Atze 82, 18. 104, 7 genommen werden könnte.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1852), Bd. I (1854), Sp. 596, Z. 2.

etzen

etzen,
verhält sich zu essen wie goth. atjan zu itan, bedeutet also essen machen, speisen, füttern, weiden, cibare, pascere, unter der neueren, schlechteren schreibung ätzen bereits 1, 596 vorgetragen.
1)
von menschen: etzen und trenken, mit speise und trank versehen: auch solche thäter nicht beherbergen, behausen, etzen oder trenken, enthalten oder gedulden. landfr. von 1495, auch 1521. 7, 10; und wöllen, das ir den vorgemelten Martin Luther nicht hauset, höfet, etzet, trenket noch enthaltet. Luther 2, 430ᵃ; denn ein mensch lesset sich wiegen, tragen, etzen und trenken. 6, 66ᵇ; Maria hat seiner müssen warten und pflegen, in seugen, etzen, auswischen. tischr. 72ᵃ; lasz meine schwester Thamar komen, das sie mich etze. 2 Sam. 13, 5;
aus mutterleib nacket und hülflos
ganz durstig, ellend und blosz
verdorben werst in deim unflat,
wer alter dir zu hilf nit kummen
mit wischen, waschen, baden, zwagen,
mit seugen, etzen, legen, tragen.
H. Sachs I, 368ᵇ.
2)
vom vieh: die pferde, rinder, schafe, gänse etzen, weiden, pascere. es heiszt aber auch das vieh etzt, weidet, friszt das gras, depascit herbam, und der hubner etzt die wiese, weidet sie mit dem vieh ab: item den lankhalm sol ein ieclicher hoifner etzen binnen dem banne. weisth. 3, 380 und in solchem sinn stehn häufig 'etzen und treten', 'treten und etzen' verbunden. weisth. 1, 164. 165. 3, 732. etzen geht auf futter und gras, treten auf den trat, d. h. das betreten des wiesengrundes mit weidendem vieh. also das die burger zu Ortenberg (in der Wetterau) dieselbig weide (auf dem Stutlipp) mit ihrem viehe brauchen und etzen sollen und mogen. gerichtsbuch von Ortenberg unter dem j. 1572; ich sol sie (die gans) warlich schön ätzen. Steinhöwel dec. 244, 12; der storch, der seinen vater etzet und treget. Mathesius 102ᵇ. vgl. abetzen, aufetzen.
3)
wie etzen zu essen steht auch beizen zu beiszen und wir sahen sp. 1162, dasz essen eigentlich beiszen war. daraus flieszt also die bedeutung von mordere, rodere, beizen für etzen: so man dis pflaster dem viehe über die augengeschwär leget, reiniget es dieselbigen, doch soll mans gezimlich brauchen, dasz es nit zu viel etze. Tabernaem. 968; und wo sie (die durch das land ziehenden heerhaufen) darein seichen, da etzt es, besser als Hannibals siedender essig, straszen durch die berg, fürnemlich wann sie den kalten seich und die pferd die streng haben. Garg. 223ᵇ; ein hauptmanns fluch etzt durch neun harnisch. 244ᵇ;
denn je der Rhein on alle scheu
etzt durch sie (die berge) eine straszen frei.
gl. schif 410.
namentlich drückt auch etzen einbrennen, emaillieren aus. Schmeller 1, 133, und die kupferstecher etzen mit scheidewasser:
ein ritter ihnen gleich indes begunt zu nahen,
an dem ein waffen sie geetzt mit golde sahen.
Werder Ar. 25, 72;
gar schöne bilder hat er auch dahin versetzet,
die waren wunderlich und künstlich ausgeetzet.
25, 83.
4)
plaudern, atzen blaterare. Stieler 72:
ein elster dunkt sich stolz und klug,
wollt trinken aus eim schönen groszen wasserkrug,
sie satzt sich drauf, sie sang und pfif frisch drauf,
sie etzet sehr und trieb viel mancherlei geschwätz.
Hofmanns gesellsch. lieder nᵒ 172 (2 ausg. 371).
vgl. den namen atzel, geschwätzige elster.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1861), Bd. III (1862), Sp. 1188, Z. 20.

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Zitationshilfe
„etzen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/etzen>, abgerufen am 20.09.2021.

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