Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

ever, m.

ever, m.
navicula, lembus, scapha, kleines fahrzeug, das sich an gröszere hängt, boot, fischerkahn, weidling, ein nd. wort, doch nicht in allen gegenden üblich, Schambach und Danneil führen es nicht an, es gilt zu Hamburg, Bremen, in Ditmarschen, Holstein, Ostfriesland: fluszschif von scharfem bau (scharf in den wasserspiegel einschneidend), mit einem mast, im Harlingerland auch ein binnenschif. Stürenburg 49. man sehe die stellen bei Neocorus 2, 300. 302. 385. weder nl. noch engl. und scandinavisch, allen hochd. glossaren mangelnd, zuerst bei Frisch 1, 234, aus einem tractat von der averei (haverei) angeführt: kaufmannswaaren in einen ever oder boot laden, welche samt dem schif verunglücken und zu grunde gehen; doch brauchte den ausdruck schon vor ihm Brockes 8, 187: da ward ein groszer fischerever von weitem unser noch gewahr und näherte sich unsrer jagd ... denn wenn nunmehr das schif auch brechen würde, wir uns ... in den ever retten konnten. unrichtig als n.: es fand sich, dasz sein schif ein bloszes ever mit einem verdeck war. Lichtenberg 8, 240. Adelung stellt auch ein gänzlich unbelegtes hd. eber auf, dessen gestalt dem nd. zwar gemäsz wäre. ein gedanke an eber. aper würde ins hohe alterthum versetzen, das schiffe nach thieren benannte; weder altn. iöfur, noch ags. eofor zeigen irgend die bedeutung eines fahrzeugs und in den früheren jhh. müste ein solcher eber oder ever erst aufgewiesen werden. bessere auskunft soll willkommen sein.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1861), Bd. III (1862), Sp. 1200, Z. 18.

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Zitationshilfe
„ever“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/ever>, abgerufen am 11.08.2020.

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