Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

fädchen, n.

fädchen n
filum tenue, für fädenchen, fädemchen, nnl. vadje: knüpfte ich eine menge fädchen wieder an, die ich zerrissen fand. Göthe 8, 59. 42, 75, wo doch die erste ausg. s. 72 fädger liest; sie erwiederte seine artigkeiten nicht sonderlich, sie war von einem andern fädchen gebunden. 19, 278;
drollichtes mädchen,
an einem fädchen
hängt mir das herz, wenn ich dich seh,
reisz es nicht ab, au weh, au weh!
Gotter die dorfgala s. 63;
doch du, loses mädchen,
fährst rasch an den fädchen
der goldenen leier
herauf und hernieder
und stimmest sie freier
für festliche lieder.
Kretschmann launen, erzählungen. Leipz. 1789 1, 58;
bald schnurrt das rädchen,
bald läuft das fädchen
vom vollen rocken ab.
Voss 4, 149;
auf meinen stuhl lehnt er den arm
und rühmte sehr das feine fädchen,
sein naher mund, so roth und warm,
wie zärtlich haucht er 'süszes mädchen!'
4, 185;
die mich hat am fädchen,
stehet auf der grenze still
zwischen kind und mädchen
und ist beides, was sie will.
Rückert ges. ged. 1, 299.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1861), Bd. III (1862), Sp. 1230, Z. 1.

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