Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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föhn, m., f.

föhn m. f
aus dem it. favonio, lat. favonius übernommen, die den lieblichen westwind, zephyrus bedeuten. Rütte s. 25 nach Gotthelf 18, 268 erklärt föhn flühluft, heiszer südwind, der im frühling blätter und blüten versengt: südwind ist aber notus, also pluvius, procellosus, wie auch Frisius 878ᵇ und Maaler 139ᵃ mit notus fön und die vorstellung regenwind verbinden. bei Stalder 1, 390 heiszt fön, föhn, pfön, fün gleichfalls südwind, der den schnee im frühling plötzlich schmelzt. der welsche westwind wird zum schweizerischen südwind. die abkunft aus favonius bestärkt, dasz auch die romanische sprache in Graubünden favugn, favuogn, fagugn, fuogn für südwind aufweist (Carisch 54ᵃ). das merkwürdigste zeugnis legt eine alte glosse in Mones anz. 8, 503ᶜ ab, nach welcher das wort weiblich ist: foͮnne, favonius. diu foͮnne ist warm, und bringit den regen. eʒ kumit von phoͮnnun, bi der phoͮnnun. dies foͮnne ist entweder fuonne oder fônne, funne, also weisend auf ein ahd. fuoniâ, funiâ. fön und fuoniâ, funiâ gemahnen an goth. fôn, funins, aus dem sich leicht ein f. fônjô, funjô könnte entfaltet haben; wäre das wort in unserer sprache tiefer verbreitet und die glosse za uunniuuinte, ad auram (Graff 1, 624) aufzulösen in vunniwinte, funniwinte, nicht in wunniwinte oder gar wiwinte, so gäbe ich der heimischen deutung den vorzug. doch deutet fuogn, favugn und die nähe von Italien auf favonio, dessen verwandtschaft mit favere und favilla eine weitere mit dem goth. fôn ignis, altn. funi favilla ignita nicht ausschlieszt (sp. 1581). die glut des feuers begegnet der des windes:
solvitur acris hiems grata vice veris et favoni.
Hor. carm. 1, 4, 1.
jetz ist ein speck am himmel, dann gehet der fön vom nidergang, dann ist der mon wie ein ofenkrücken. Paracelsus chir. schr. 354ᵃ; um die mitte octobris hielt vil tage nach einanderen an ein ungemein starker und warmer fön oder mittagswind. Scheuchzer 1, 182;
die pfähn
macht schön,
wann sie vergaht,
fällt sie ins kaht.
Frisch 1, 285ᵃ aus einer predigt des Balth. Philgus vom windsturm;
der föhn ist los, ihr seht wie hoch der see geht.
Schiller 517ᵇ.
Hallers alpen kennen das wort wieder nicht. Adelung sucht irrig einen zusammenhang zwischen föhn und finne tuber, fenne lutum, palus.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1860), Bd. III (1862), Sp. 1869, Z. 34.

fön

fön
s.föhn.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1860), Bd. III (1862), Sp. 1887, Z. 7.
Zitationshilfe
„fön“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/f%C3%B6n>, abgerufen am 21.02.2020.

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