fühlsam adj
Fundstelle: Lfg. 2 (1866), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 422, Z. 34
empfänglich für gefühle, fühlend, sensilis, sensibilis. noch nicht bei Schottelius, wol aber bei Stieler 580, der fülsam schreibt und das wort mit fülbar, fülend, fülhaft, fülicht und fülig zusammenfaszt. vgl. fühlig. es ist demnach älter, als empfindsam (s. d.), aber so wenig gebraucht, dasz es weder von Adelung noch von Campe aufgenommen wurde. doch hat letzterer 5, 887ᵃ beispielsweise unter züchtigen: ein fühlsames kind fühlt sich schon mit worten der unzufriedenheit gezüchtiget. unfühlsam findet sich bei Weisze jubelhochzeit 91:
der unfühlsame jäger schosz
ihn (den hänfling), da er seine triebe
in einem sanften lied ergosz
und sein gesang war liebe.
Stieler a. a. o. hat auch das wort als adv., als solches aber ist es vom adj. abgeleitet.
Zitationshilfe
„fühlsam“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/f%C3%BChlsam>, abgerufen am 19.05.2019.

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