Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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fürnehmung, f.

fürnehmung, f.,
das subst. der handlung von fürnehmen sp. 776. es bedeutet
1)
das nehmen vor augen oder vor die hand zur behandlung, beschäftigung u. dgl. s.fürnehmen I 2).
2)
das fassen in die augen zur that mit ausführung derselben. s.fürnehmen I 4).
3)
das bewirken dasz jemand vorkommt oder erscheint zur vernehmung, prüfung, ausforschung, zu einem verweise u. s. w. die fürnehmung vor gericht. s.fürnehmen I 5).
4)
eine gefaszte richtung des willens zu etwas, eine entscheidung des willens zu einer handlung. s.fürnehmen I 6) und III 1). propositum, furnemung, fursatz. Eychman q 7ᵃ; pretextu justicie fecit, furnemung halb. q iiijᵃ. institutum, ein fürnämung. Dasypodius 231ᵈ; fürnemmung. 389ᵇ. nach jenem fürnämung ist dann fürnemung bei Serranus dict. z 6ᵇ gesetzt. in gleichem sinne hat auch noch Rädlein 313ᵃ fürnehmung.
5)
unternehmung. s.fürnehmen I 6) und besonders fürnehmen n. 3) sp. 780. fürnemmung, conatus et conamen. Dasypodius a. a. o.; susceptio, underwindung und fürnemmung. Frisius (1556) 1279ᵃ und danach dieses letzte wort bei Maaler 149ᶜ. auch diese bedeutung hat Rädlein a. a. o., wenn er das wort durch franz. entreprise übersetzt.
6)
überhebung. presumptio, hoffart, furnemung, vel hoffertig gedenck, unvernunfftig vermessung, übergreiffung u. s. w. Eychman q iijᵇ. s.fürnehmen II 2).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1871), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 782, Z. 4.

vornehmung, f.

vornehmung, f.,
veraltet, s.fürnehmung, mit reich entwickelter bedeutung th. 4, 1, 1, sp. 782; Jelinek 911; superbia ubermuttig furnemung vel stoltz Diefenbach gl. 566ᶜ (vgl. zu dieser bedeutung vornehmisch); sensus sunderlich furnemung vel sunderlich sinne 527ᵇ; vornemmung, praesumptio Maaler 476ᵇ; vornehmung, die, et das fürnemen, intentio, propositum, institutum, studium, molitio Stieler 1364 (vgl. vornehmen 6ff.); anticipation die vornehmung, ubereilung Spannutius (1720) 150; für-, vornehmung, molitio, institutum, conatus Steinbach 2, 135; Adelung und Campe verzeichnen es nicht mehr: wo ist dine grosze gewalt und hoemut und dine grosze ungetruwe vornemunge? Stolle thür. chron. 142 Hesse.vorausnahme: zu vorbedeutung oder vornemung des weit erschröcklichen erdbidems Guarinonius grewel d. verwüstung (1610) 118.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1937), Bd. XII,II (1951), Sp. 1363, Z. 35.

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fürnehmen
Zitationshilfe
„fürnehmung“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/f%C3%BCrnehmung>, abgerufen am 04.12.2020.

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