Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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firnis, m.

firnis, m.
vernix, fr. vernois, it. vernice, in öl oder alkohol aufgelöstes harz, mhd. firnîs, firnes:
diu muoter was wîse,
mit pëche unt mit firnîse
die zeinen si verchlenite.
fundgr. 2, 87;
ob man in niht bestricket
gar mit der stæte firnes (: gestirnes).
Ls. 2, 203.
doch liest man En. 146, 26:
ir varwe lieht unde guot,
rëhte als milch unde bluot,
wol gemischet rôt und wîʒ,
âne blanc und ân vernîʒ.
nhd. firnis, früher auch firnus, firneis und fürnis geschrieben, firnesz voc. 1482 h 7ᵃ, firnz bei Steinbach; firnus, welcher auch aus den spenlein, so vom agstein abgedrehet und wachalterharz gemacht wird. Mathesius 58ᵃ; zucht macht allen andern tugenden eine gestalt und gibt inen ein höher farbe, wie der firnus alle farben erhebet. 53ᵃ;
lern alles oben hin und lasz von jung und alten
den fürnisz (so) deines koths vor reines golderz halten.
Günther 498;
der äuszre firnis des gesichtes
wird von den jahren abgehaucht,
so ganz auch die natur in farben reines lichtes
den feinen pinsel eingetaucht.
Karschin ged. 126;
wie, wenn ein doppeltsinn in den worten des bösen verborgen läge, der seinen lügen einen so hübschen firnis von wahrheit zu geben weisz. Wagners reue nach der that 149; der gesellschaftliche firnis. Gotter 3, li; da zum glück die sitten seiner rohen erziehung halb unter dem firnis der sitten seines feineren umgangs verborgen lagen. J. P. uns. loge 1, 17. s. bernsteinfirnis, goldfirnis, lackfirnis, mahlfirnis, terpentinfirnis.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1861), Bd. III (1862), Sp. 1677, Z. 22.

fürnis, m.

fürnis, m.
was firnis (s. d.). eben so wol hier, wie bei fürnies, fürniesz, ü statt i. auch fürnisz. Matthiä (1748) 2, 152ᵃ.
lern alles oben hin, und lasz von jung und alten
den fürnisz deines koths vor reines goldertz halten.
Günther 498;
der äuszre fürnisz des gesichtes
wird von den jahren abgehaucht.
Karschin (1764) s. 126.
daneben findet sich, mit gleich unrichtigem ü in der zweiten silbe, der schreibung firnusz gemäsz, fürnüsz. Kirsch (1723) 2, 125ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1871), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 783, Z. 74.

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Zitationshilfe
„fürnis“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/f%C3%BCrnis>, abgerufen am 27.11.2021.

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