Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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fürrechnen

fürrechnen,
s. vorrechnen. fürrechnen, oculis subjicere expensarum rationem. Kirsch (1723) 2, 125ᵃ und danach Matthiä (1761) 2, 160ᵇ. Vgl. fürreiten, vorrechnen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1871), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 788, Z. 8.

vorrechnen, verb.

vorrechnen, verb.,
vgl.fürrechnen th. 4, 1, 1, sp. 788; für- sive vorrechnen, afferre, oculis subjicere expensarum rationem Stieler 1564; Adelung; Campe; vgl. schweiz. idiot. 6, 125. — nd. förräkenen, förräken ten Doornkaat-Koolman 1, 543ᵇ; zu der letzten form vgl.rechnen 2, th. 8, sp. 347 und rechen sp. 341.
1)
im eigentlichen sinne von rechnen; zur lehre, zur nachahmung: einem ein exempel vorrechnen Adelung; dann aber besonders, jemandem etwas zahlenmäszig, durch verarbeitung von zahlen darlegen, klarmachen: den anfang desselben (eines briefes), in welchem sie mir, ich weisz nicht was für summen vorrechneten Lessing 2, 287 M.; ich habe ihm die ganze verzinsung vorgerechnet Iffland theatr. w. (1827) 9, 128; Löb Scheftel hat es mir vorgerechnet an seinen fünf fingern Viebig d. schlafende heer (1904) 1, 192.
2)
sehr häufig in freierer anwendung, die Adelung nicht, aber Campe erwähnt, aufzählend, stückweise, ins einzelne gehend darlegen: ein mann, der seine wohlthaten schon ausposaunet, der sie einem jeden auf den fingern vorzurechnen weisz Lessing 1, 307 M.; beim abendessen rechnete er uns alle seine verwandten vor G. Forster (1843) 2, 69; wie vorzüglich diese gedichte seien, dürfen wir unsern ... lesern nicht erst umständlich vorrechnen Göthe 41, 2, 105 W.; (da man) oft ganz komisch vorrechnete, wie dieser und jener meister die alten überflügle W. H. Riehl musikal. charakterköpfe (1899) 2, 37.
3)
es kann sich bei eigentlicher und bei freierer anwendung leicht der nebensinn eines vorwurfs, des vorhaltens schwächer oder stärker einstellen: einem seine vergehen vorrechnen Campe; die unnütz verschwendeten dukaten, die mir auf jeden bissen brod vorgerechnet werden dürften Holtei erz. schr. (1861) 28, 77; der deutschen dichtung der gegenwart pflegte er ... ihre formlosigkeit, besonders im metrischen vorzurechnen Justi Winckelmann (1866) 1, 375;
Gertrude, hier das mädel klagt dich an,
es rechne ihr das herz das alter vor,
ihr blühend leben sei der reife nah
H. v. Kleist 1, 32 E. Schm.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1937), Bd. XII,II (1951), Sp. 1400, Z. 58.

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Zitationshilfe
„fürrechnen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/f%C3%BCrrechnen>, abgerufen am 04.12.2020.

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