Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

fürreut, n.

fürreut, n.
ausgereutete waldfläche, abgetriebene waldstrecke. mhd. fürreute. ein ehedem Nürnberg eigenthümlicher ausdruck. so bestätigt kaiser Ludwig der Baier unter dem 10. merz 1319 den bürgern von Nürnberg das ihnen von seinen vorfahren am reich verliehene privileg, dasz abgetriebene waldstrecken, fürreut genannt, nicht angebaut, also nicht wieder zu wald bestimmt werden sollen. Böhmer regesten Ludwigs des Baiern s. 21, 352. vgl. auch Wagenseil de civit. Noriberg. 321. und besonderlich bestättigen wir (könig Wenzel i. j. 1396) ihnen die fürreut (des reichsforstes bei Nürnberg), davon wir und das reich alle jahr zweintzig und fünfthalb pfund guter haller haben. Wagenseil s. 325, der s. 338 auch Karls IV. bestätigung mittheilt; ausz des reichs walde und fürreuten bey Nürnberg, in s. (sanct) Lorentzer pfarr gelegen. ebenda v. j. 1432 s. 356. endlich bestätigt 1452 kaiser Friedrich III. den bürgermeistern und rath zu Nürnberg alle kaiserliche und königliche brief, privilegia und freiheiten über ihre wälde, fürreut, zeidler und gericht. s. 258. vgl. auch Schmeller 3, 164. S. reut. die zusammensetzung mit für bezieht sich wol darauf, dasz ausrodungen zur beschränkung des waldes zunächst an dessen grenzen, also vor dem eigentlichen walde vorgenommen werden.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1871), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 790, Z. 5.

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Zitationshilfe
„fürreut“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/f%C3%BCrreut>, abgerufen am 17.01.2022.

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