Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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fürrupfen

fürrupfen,
s. vorrupfen.
1)
hervorrupfen.
2)
weiter rupfen, fortrupfen.
3)
rupfen zum nachthun anderer.
4)
in tadelnder äuszerung vorhalten, in empfindlicher weise vorwerfen. mit acc. der sache und dat. der person. noch bair., östreich., s. Schmeller 3, 119. Loritza 46ᵇ. rupfen an sich schon steht in dem sinne von tadeln. s. rupfen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1871), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 791, Z. 1.

fürrupfen, n.

fürrupfen, n.
der als subst. gesetzte inf. des vorigen verbums. s. vorrupfen n., wofür straszburgisch vorropfes.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1871), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 791, Z. 7.

vorrupfen, verb.

vorrupfen, verb.,
vgl. fürrupfen th. 4, 1, 1, sp. 791, zupfend, zausend vorziehen.gewöhnlich in übertragenem sinne wie aufrupfen, jemandem etwas vorrücken, besonders mit tadel und vorwurf; neben vorrupfen kommt auch vorropfen vor. vgl. rupfen th. 8, sp. 1529: (einer) rupft dem Socrati sein unedle geburt vor Lehman floril. polit. (1662) 3, 4; (dasz er) ihm getrost vorrupffte, in was für einem tiefen morast desz verderblichen irrsals er steckte Valvasor d. ehre d. herzogth. Crain (1689) 2, 553; (die ärzte über entstehung der pest) tadlen entweder die gestirn ... oder ropffen es den irdischen elementen vor Abr. a s. Clara mercks Wien (1680) 139; (jungfern,) denen Fuchsmundi ... der weiber boszheit vorrupffet Stranitzky ollapatrida 33 Wiener ndr.; so kann er dir nichts vorrupffen Ludw. Tölpels bauermoral (1752) 22. im 18. jh. tritt das wort aus der schriftsprache zurück, einzelne belege bringt noch Paul in der zeitschr. f. dt. wortf. 12, 64; mundartlich hält es sich besonders im österreichischen, s. Hügel d. Wiener dial. 183ᵇ; du brauchst mirs nit vorzurupfen Anzengruber (1890) 1, 203. vgl. noch Schöpf tirol. idiot. 571; Schmeller-Frommann 2, 131; Fischer schwäb. wb. 2, 169; schweiz. idiot. 6, 1212.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1937), Bd. XII,II (1951), Sp. 1431, Z. 15.

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Zitationshilfe
„fürrupfen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/f%C3%BCrrupfen>, abgerufen am 03.08.2021.

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