Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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fürschicken

fürschicken,
vorausschicken, vorherschicken. für- sive vorschicken, praemittere. Stieler 1776. S. vorschicken.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1871), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 795, Z. 32.

vorschicken, verb.

vorschicken, verb.,
vgl. fürschicken th. 4, 1, 1, sp. 795 (nur aus Stieler belegt); mhd. wb. 2, 2, 119ᵇ; Lexer 3, 587; Jelinek 887; für- sive vorschicken, praemittere Stieler 1776; vorgeschickt, vorausgeschickt, mandato innanzi Kramer teutsch-ital. dict. 2 (1702) 511ᵃ; Adelung; Campe.
1)
jemanden nach vorn, vorwärts schicken, so dasz die schickenden auf der stelle bleiben, oder aber, dasz sie in derselben richtung sich bewegen oder bewegen wollen, jemanden vorausschicken. Adelung wollte diesen gebrauch nur 'dem gemeinen leben' zulassen.
a)
wenn die elephanten über ain wazzer wellent waten, sô schickent si die klainsten für Konrad v. Megenberg buch d. natur 135; haben sie Goergen Trumeter ... furgeschickt an die porten Knebel chron. v. Kaisheim 442 lit. ver.; dieweil ihm solcher rauher weg nicht unbewust, hat er das fuszvolck vorgeschickt Megiser ann. Carinthiae (1612) 1638; einige derselben kamen in ihren canots unsern vorgeschickten booten entgegen G. Forster (1843) 2, 159; am 30. oktober wurde der major von Arnim mit einem kleinen detachement in die gegend von Bielefeld vorgeschickt Meinecke leben d. generalf. v. Boyen 1, 345;
der eidam ist erfreuet,
den ihr euch schicktet vor (voraus ins jenseits)
Fleming dt. ged. 1, 51 L.
im bilde: die du von anfang diesz vierdten theils von grundt her vernommen und ich ... dir zu gwissern berichtsbotten vorgeschickt habe Guarinonius grewel d. verwüstung (1610) 1046. in der folgenden stelle aber vor mit zeitlichem sinne: vom hauszvater (im gleichnis), der seinen suͦn inn den weingarten schickt, welcher auch von den arbeitern getödtet ward, wie die vorgeschickte hauszknecht Sleidanus reden 52 lit. ver.
b)
in freierer anwendung: nach sag miner fryheit, deren vidimus ich üch hiemit fürschick Riederer spiegel d. waren rhetoric (1493) b 6ᵃ; dasz der gansze himmel ... aus groszer betrübnusz praesagia fürschick Paracelsus opera (1616) 2, 492; in einer vorgeschickten einleitung zergliedert er den brief überhaupt Lessing 7, 56 M.; kühn: er fühlte, der mann wuszte bei jedem wort, wie weit er es vorschicken dürfe Dörfler um das kommende geschlecht (1932) 242.
c)
bei jemandem vorschicken, einen boten, diener u. ä. zu jemandem senden Campe.
2)
in älterer sprache übersetzt vorschicken praedestinare, vgl. Jelinek 887; Verwijs-Verdam 9, 1067; predestinare vorschicken Diefenbach gl. 453ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1938), Bd. XII,II (1951), Sp. 1458, Z. 42.

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Zitationshilfe
„fürschicken“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/f%C3%BCrschicken>, abgerufen am 06.12.2021.

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