Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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fürschieber, m.

fürschieber, m.,
s. vorschieber.
1)
etwas das man zum sperren oder verschlieszen vorschiebt, obex. Diefenbach 387ᵃ aus Frisius, in dessen druck v. j. 1556 aber das wort sich nicht findet.
2)
einer der fürschiebt, im besondern einer der zum entkommen behilflich ist, einer der zur flucht verhilft, promotor. vgl. fürschieben 4). aber gegen seine mitverwandten, anhenger, enthalter, fürschieber, gönner und nachfolger sollet ir dieser weise handeln. Luther 1, 461ᵃ. gewöhnlich in übelm sinne: alle ihr helffer, helffershelffer, fürschieber und anhänger ... in die acht gethan. aus d. j. 1504 bei Haltaus 558; sammt jren wissentlichen fürschiebern, enthaltern und helffern. aus d. j. 1516 ebenda; anhänger und fürschieber. reichsabsch. v. j. 1512 §. 8; die thäter, ihre helffer ... und fürschieber. landfr. v. 1521 iv §. 4. von unterschleifern und fürschiebern. aus Gadebusch livländ. jahrb. bei Gutzeit 1, 301ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1871), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 796, Z. 1.

vorschieber, m.

vorschieber, m.,
s. fürschieber th. 4, 1, 1, sp. 796.
1)
in persönlichem sinne, helfer, begünstiger, nach vorschieben 10, s. oben fürschieber 2; Haltaus 558; vorschieber, der, administer, patronus Stieler 1785: auch sein (Luthers) anhenger und vorschiber H. v. d. Planitz berichte aus d. reichsregiment (1899) 111; enthalter, underschlaiffer und vorschieber quelle von 1621 bei Fischer schwäb. wb. 2, 1869; veraltet.
2)
dinglich.
a)
etwas, das vorgeschoben wird, um zu decken oder zu verschlieszen, z. b. ein riegel Mothes baulex. (1882) 4, 436; 'senkrechtes brett, welches vor einer öffnung auf- und niedergeschoben werden kann' Jacobsson technol. wb. 4, 558ᵃ; ein schmales fensterlein, und zwar ohne hölzernen laden oder vorschieber Holtei erz. schr. (1861) 6, 197; ein schiebefenster schweiz. idiot. 8, 72.
b)
seltsam für theatervorhang: unsere auf leinwand oder carton gemalten vorschieber oder aufschieber, sehr uneigentlich gardinen oder theatervorhänge genannt Böttiger kl. schr. (1837) 1, 404.
c)
'eine art anker in gestalt eines T, womit die steine bey dem bau zusammengeankert oder geklammert werden' Jacobsson a. a. o. 4, 558ᵇ.
d)
eine verzierung am rande des mieders Fischer schwäb. wb. 2, 1869.
e)
'an den füllen werden die jungen füllenzähne, statt deren nach dem dritten jahre die mittelzähne kommen, vorschieber genannt' Adelung.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1938), Bd. XII,II (1951), Sp. 1463, Z. 46.

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Zitationshilfe
„fürschieber“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/f%C3%BCrschieber>, abgerufen am 05.08.2021.

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