Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

fürsil, n.

fürsil, n.
in Livland und Esthland das vordere pferdegeschirr, insbesondere das halsjoch von leder im gegensatze des kummets als eines schlitten- und fuhrwagengeschirres. dann aber und vornehmlich: das kutschgeschirr, das ganze pferdegeschirr, dort auch das preuszische pferdegeschirr genannt. auch fürsiel, fürsel, mit i statt ü firsel, ferner vorsill, vorsiel, zerdehnt vorsiegel, vorsiedel. s. Hupel 255, der zunächst durch zugseil erklärt. Gutzeit 1, 301ᵇ f., der das wort ein altes nennt, das jetzt, wenigstens in Riga, nicht mehr gehört werde. zusammengesetzt ist es aus für und sil, geschirr für zugvieh (s. sil). das hintergeschirr heiszt bair. aftersil, was der eigentliche gegensatz zu fürsil sein würde.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1871), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 825, Z. 45.

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Zitationshilfe
„fürsil“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/f%C3%BCrsil>, abgerufen am 27.11.2020.

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