Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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fürspange, f.

fürspange, f.
eine spange zum zusammenhalten des kleides, auch zugleich zum schmucke vornen vor der brust. die ältere und im 13. und 14. jh. geläufige benennung ist vürspan, fürspan; mhd. vürspange dagegen taucht erst im 13. jh. bei dem bruder Berthold 416, 21 auf und wird dann im 15. jh. recht geläufig, so dasz fürspan schwindet oder vielmehr gleichsam in ihm aufgeht. s.fürspan. furspang oder rinck oder spang, fibula, bractea. voc. theut. v. 1482 i6ᵇ; furspang, monile, murenula, oder halszpand als ein slang. i7ᵃ; furspang oder hefftel, scutula, serpentum. i7ᵇ. es geht aus diesen anführungen hervor, dasz in dem letzten viertel des 15. jh. die schlangengestalt bei der fürspange üblich gewesen sein musz. furspang, monile. voc. incip. teuton. f 4ᵃ. auszerdem im 15. jh. furspang bei Diefenbach 80ᵃ ᵇ und in dessen nov. glossar. 337ᵃ. dagegen findet sich in niederdeutschen oder ins niederdeutsche einschlagenden vocabularen desselben jahrhunderts vorspang, forspang. Diefenbach 80. 233ᵇ. monile quoddam ornamentum pectoris, ein vorspang. vocab. gemmagemmar. von 1505 qijᶜ. dieses vorspange führt dann auch, freilich als alt bezeichnet, noch Haas in seinem 1780 herausgegebenen deutsch-franz. wb. 2, 1809 mit vorspan an. s.vorspange, ↗fürspan, ↗vorspan. eine besondere mhd. bildung, die bald nach 1200, also noch vor vürspange sich zeigt, ist vürgespenge, zusammengesetzt, wie jenes mit mhd. spange, mit dem von diesem in zusammensetzung mit ge- gebildeten gespenge n., spangenwerk. es steht Nib. 536, 1 und Neidhart 51, 21 und hat ganz die bedeutung des einfacheren vürspange, scheint aber frühe wieder erloschen zu sein. aus dem nhd., in dem man fürgespenge, fürgespänge geschrieben haben würde, vermag ich es nicht nachzuweisen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1871), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 828, Z. 68.

vorspange, f.

vorspange, f.,
vgl.fürspange th. 4, 1, 1, sp. 828; mhd. vürspange mhd. wb. 2, 2, 479ᵇ; Lexer 3, 610; armilla vor-, forespang, -spange Diefenbach gloss. 49ᵇ; fibula 232ᶜ; monile vorspang 366ᶜ; segmentum vorspanck 524ᶜ; Frisch 2, 290ᶜ und Campe kennen das wort nur noch aus älterer sprache. es bezeichnet im allgemeinen die vorn an der brust getragene spange, die dazu diente, mantel oder gewand zusammenzuhalten; doch vgl.: spinter ein weibisch armgezierd, vorspang des arms, vorhaffte Calepinus dict. XI ling. (1598) 1371ᵇ; vgl. oben armilla; weder gold noch zierlich vorspangen oder kleineter zuͦ tragen Boner Herodian (1532) 36ᵇ; recht wie die heymlichen eerhuͦren ire prangröck geben an messgewand ... ir fingergeschmeid und vorspangen zuͦ monstrantzen und kelch Eberlin v. Günzburg 2, 66 ndr.; und ware er der erste, der seine vorspang und zierde mit sampt seinem schilt ... auff sie warff Xylander Plutarchus (1560) 13ᵃ;
ir brüstlin hatt er im behangen
mit schönen kleinot und vorspangen
Wickram 8, 58 B.
hierzu demin., fürspanglein fehlt oben th. 4, 1, 1, sp. 829: mit den fürspanglein der tugent hat er dich zimlich gezierd d. psalter Marie von sannt Bonaventura gemacht (1519) f 3ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1938), Bd. XII,II (1951), Sp. 1597, Z. 42.

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Zitationshilfe
„fürspange“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/f%C3%BCrspange>, abgerufen am 04.12.2020.

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