Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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fürsparen

fürsparen,
voraus sparen, aufsparen, auf die zukunft sparen. s. vorsparen, mitteld. vor sparn (Herbort 2130).
1)
mit beigesetztem acc. oder einem accusativisch zu fassenden adv.: der gute wird erben auf kinds kind, aber des sünders gut wird dem gerechten furgespart. spr. Sal. 13, 22; sie wolten der schatzkamer gewaltig werden, in der ein fürsichtiger rat nach lauf der zeit ein wenig fürgespart het. Sigmund Meisterlin chron. v. j. 1488 in den chron. d. deutschen städte 3, 142, 27; da hat man nach silber unnd goldt getrachtet, damit ... die handels leut ein mittel hetten zum gleichkauff und fromme eltern ... den jrigen was fürsparen und ein schetzlein einsamlen unnd ein zehrpfenning haben köndten. Mathesius Sar. (1562) 230ᵃ.
2)
intransitiv: derselb wirdig vatter mit seinem convent ist begabt mit zeitlichen güetern, doch dasz er und sie nit mugent fürsparen, wann sie geben auch grosz durch got. Sigmund Meisterlin chron. in den chron. d. d. st. 3, 73, 24; noch schweiz.: er liebte seine kinder, aber mit groszer ängstlichkeit, er fürchtete, sie möchten arm werden, wenn in so viele theile das vermögen zerfalle, er sparte für, wie er nur konnte, und gewann damit zuweilen fast den schein, als ob er ihnen nichts gönne. Gotthelf d. sonntag des groszvaters, in gesammelte schr. 1861 10, 276.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1871), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 830, Z. 18.

fürsparen, n.

fürsparen, n.,
s. vorsparen n.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1871), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 830, Z. 41.

vorsparen, verb.

vorsparen, verb.,
vgl. fürsparen teil 4, 1, 1, sp. 830; mhd. vürsparn Lexer 3, 610; vorsparn mhd. wb. 2, 2, 485ᵇ; reservare est in futurum servare, vorbehalten, vorsparen Faber thesaurus (1587) 751ᵇ; vorsparen, reservare Stieler 2074; vorsparen, risparmiare, ammassare sc. per quelli, che non lo sanno fare (hier also in dem sinne von für andere sparen) Kramer t.-ital. dict. 2 (1702) 850ᶜ; für- et vorgespart, ich spare vor, reservo Steinbach 2, 618; vorsparen Adelung; Campe; vgl. Martin-Lienhart 2, 545ᵇ. schon Campe bemerkt, dasz das wort 'nicht sehr gewöhnlich' sei. jetzt ist es wohl veraltet.
1)
nach dem engeren sinne von sparen, auf geld und gut bezogen: was die eltern vorsparen, das verzehren die kinder; den kindern einen pfennig, ein stück gelds vorsparen Kramer a. a. o.; sich einen nothpfennig vorsparen Adelung; halt ein dasjenige so unnützlich zuverschwenden, welches deine vordern ... dir so getreulich vorgesparet haben Grimmelshausen Simpl. 493 ndr.; er hatte sich ..., obwohl er nur dreiszig schillinge wochenlohn bekam, sechzig gulden ... vorgespart Hegner (1828) 3, 91; Christen und Änneli hatten ... etwas vorgespart Gotthelf (1855) 13, 28. — allgemeiner, aufbewahren, aufheben für später:
es stunden da in groszer zahl
von einem jüngst gehaltnen mahl
die teuern brocken mancher art
zu einem nachschmausz vorgespart
Drollinger ged. (1745) 149.
zurückbehalten:
hie enwirt niht vorgespart (sondern alles hingegeben)
Herbort v. Fritzlar 2130.
2)
auszerordentlich häufig wird das verb. in älterer sprache in freierem sinne angewendet.
a)
noch näher dem unter 1 belegten gebrauch:
denn wer sein freyheit nit schützt weidlich,
der wird beids an im selbst unredlich
und meyneidig an sein vorfahren,
die solch gut thaten im vorsparen
Fischart 1, 218 Hauffen.
b)
dann im allgemeinen sinne von vorbehalten.
α)
auf unpersönliches bezogen: dasjenige, welches die natur und die heilige schamhafftigkeit ehelichen eheleuten unter einander alleine vorgesparet Riemer d. polit. maulaffe (1679) 242; das händeklatschen des pöbels, welches ich bessern und edlern stellen vorgesparet wissen wollte J. E. Schlegel (1761) 3, 167; werke, die dem genie allein vorgesparet bleiben sollten Lessing 5, 138 Petersen;
weil der himmel ihrer art
meine liebe vorgespart
Günther ged. (1735) 273;
die inseln, die die see verwahret,
die man nach jenem Philipp nennt;
dem gott zwo welten vorgesparet
d. neueste aus d. anm. gelehrsamk. (1751) 3, 106.
β)
auf personen bezogen: wann nicht etwan diese schädliche verhängnüs mich einem neuen übel vorgespahrt hätte Zesen Ibrahim (1645) 1, 62;
weisz selbst mein bestes nicht, dem bösen vorgespart
Fleming dt. ged. 1, 447 L.;
ein held von seiner art
war ihm vom himmel selbst zum führer vorgespart
Gottsched neueste ged. (1750) 46.
so musz er plötzlich selbst erbleichen
und ist den würmern vorgespart
Triller poet. betrachtungen (1750) 1, 728.
der himmel scheint dir heut die lorbeern vorzusparen
bei Gottsched dt. schaubühne 5, 23.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1939), Bd. XII,II (1951), Sp. 1604, Z. 46.

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Zitationshilfe
„fürsparen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/f%C3%BCrsparen>, abgerufen am 03.08.2021.

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