Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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fürspinnen

fürspinnen,
zur täuschung vorgeben, zum vorwande brauchen, vorwenden. fürspinnen, fürwenden, praetendere, praetexere. Henisch 1307, 35. eigentlich: zum täuschen vornhin spinnen, um damit etwas anderes, das in absicht ist, zu verdecken. S. vorspinnen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1871), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 831, Z. 3.

vorspinnen, verb.

vorspinnen, verb.,
Campe; vgl. fürspinnen teil 4, 1, 1, sp. 831.
1)
vor jemandem spinnen, der zusieht: jemandem vorspinnen.
2)
übertragen, weitläufig erzählen, vgl. seemännisch ein garn spinnen: der das gerücht zu ihm brachte, spann es ihm dreimal vor und log jedesmal ein klein wenig mehr Hans Grimm südafrik. novellen (1921) 86.
3)
wie spinnend aus etwas herausholen, übertragen: was sie (die seele) beim gänzlichen mangel äuszerer eindrücke aus ihren fünf kankerspinnwarzen vorspinnt und abzwirnt Jean Paul (1826) 3, 130.
4)
ein gespinst vor etwas ausbreiten, z. b. vor eine öffnung: die spinne hat ihr netz vorgesponnen Campe.
5)
in technischer sprache ist vorspinnen das vorbereitende spinnen eines gröberen fadens im gegensatz zum feinspinnen, vgl. vorspindel, Prechtl technol. encycl. (1830) 19, 117; Hoyer-Kreuter technol. wb. 1, 822. — hierzu vorspinner, m., der arbeiter an der vorspinnmaschine Prechtl a. a. o. 19, 119. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1939), Bd. XII,II (1951), Sp. 1618, Z. 19.

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Zitationshilfe
„fürspinnen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/f%C3%BCrspinnen>, abgerufen am 28.11.2020.

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