Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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fürständig, adj.

fürständig, adj.
ersprieszlich, förderlich. dasz es nicht allein ein billiger und dem christlichen handel ein fürständiger, sondern auch unserm theil ein füglicher vorschlag sey. die verordneten der stadt Straszburg, in Melanchthons werken 6, 130. in andern stellen ist ungewis, ob das adj. oder das davon abgeleitete gleichbedeutende adv. steht: es hat sich begeben, das ich inn etlichen büchern fur die Juden, unserm glauben onnachtailig, auch irem glauben nit fürstendig, und in etlichen büchern wider sie hab muszen schreiben. Reuchlin verstentnus 2ᵇ; so der richter die ursache ... desz verdachts der sachen fürständig und relevant ansehen wird. reichsabschied v. 1512 IV § 6; so der richter ... die anzeig solches verdachts der sachen fürständig oder zuläszig ansehen wird. landfriede von 1521 VII § 8; ain christenliche nachparliche vorstendtnus unnd pundt zu solchem handel nit wenig furstendig, diennstlich unnd nutzlich. Lanz staatspapiere Karls V. 412; zu mehren den gemeinen nutz unnd waren grundt der artzney und furstendig zu sein dem gemeinen nutz. Paracelsus chirurg. schriften 376ᶜ; Hydaspes thet eine rede zu dem volck, erzehlet den sieg und wolfart, der dem gemeinen nutz und dem land fürständig were. buch der liebe 223, 2. aus livländ. quellen hat das wort Gutzeit 1, 302
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1871), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 852, Z. 35.

vorständig, adj.

vorständig, adj.,
vgl. fürständig teil 4, 1, 1, sp. 852; Fischer schwäb. wb. 2, 1880; veraltet.
1)
vorstehend im eigentlichen sinne, vom jagdhunde: wie die hunde uff die feldhüner abzurichten und vorstendig zu machen Aitinger jagd- u. weidbüchl. (1681) 41; vgl. vorstehhund.
2)
im satze voranstehend, im gegensatze zu nachständig: das wörtlein aber wird zierlicher nachständig als vorständig gebrauchet, also: wann aber der tröster etc., nicht: aber wann der tröster Harsdörffer poet. trichter 3 (1653) 117.
3)
regierend, führend, leitend, vgl.vorstand 1 g; 2 b α: er sol 12 gestifften und clöstern vorstendig sein gewesen Stumpf Schweizerchron. (1606) 401ᵇ.
4)
besonders häufig in älterer sprache im sinne von helfend, nützlich, ersprieszlich, vgl.vorstand 1 d; e: profore nutz und vorstendig seyn Calepinus dict. XI ling. (1598) 1165ᵃ; (der) andern vorstendig ist tirol. weist. 3, 293; durch seinen vleisz auch weib und kind vorstendig zesein Eberlin v. Günzburg 2, 84 ndr.; wöllend ... dem guͦten Wilbaldo mit guͦtem raht vorstendig sein Wickram 2, 84 B.; welcher zuͦ regierung seines hausz nit geschickt, wirt vil minder dem gemainen nutz mögen vorständig sein Mayr sprüchw. (1567) B bᵃ; welche notturfft und ehrliche ubungen samtlich als zur feldarbeyt sonderlich vorständig, auch unseren meyersmann mag zum jagen billich verursachen und reyszen Sebiz feldbau (1579) 560; der vormund kan seinen pupillen nicht weiter vorstendig seyn Schottel t. haubtspr. (1663) 652.
5)
vor- im zeitlichen sinne: vorständige, beschränkte denkungsweise Göthe III 3, 234 W.; jetzt in dieser bedeutung rückständig. ohne verschlimmerung des sinnes, früher, vorig, vergangen; nd. in vörständigen tiden Dähnert 532ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1939), Bd. XII,II (1951), Sp. 1650, Z. 34.

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Zitationshilfe
„fürständig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/f%C3%BCrst%C3%A4ndig>, abgerufen am 27.11.2020.

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