Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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fürstecken

fürstecken,
vornhin stecken. s. vorstecken. fürstecken, praefigere. Dasypodius 432ᵇ u. 74ᵃ, danach Serranus dict. h 6ᵇ. fürstecken, fürsetzen, praefigere. Henisch 1311, 49. aber bei Stieler 2159 vor- sive fürstecken, praefigere, anteponere, dann bei Kirsch (1723) 2, 126ᵃ fürstecken und 340ᵃ vorstecken, welcher anführung Matthiä in der ersten ausgabe seines lex. folgt, doch in der dritten bei fürstecken gleich vorstecken beisetzt, ein zeichen dasz dieses, das er später noch einmal an seiner stelle im V verzeichnet, überwiegt. Hederich und Nieremberger verweisen bei fürstecken kurzhin auf vorstecken, und Weber in seinem deutschlat. universalwb. nimmt jenes gar nicht mehr auf. es ist demnach mit 1770 für das schriftdeutsche als erloschen zu betrachten und dauert nur noch mundartlich fort, z. b. wetterauisch, oberhessisch u. s. w.
Bedeutungen:
1)
zur befestigung vornhin stecken, zum verschlusse vornhin stecken. einen nagel fürstecken. einen riegel fürstecken. dies letzte auch bildlich in dem sinne: ein hemmnis bereiten, ein aufhalten machen. in folgender stelle mit dat. der person oder sache: aber ynn das hertz mag das liebe creutz nicht kommen, mus auch mit yhrem (des platten- und kappenvolks) leben nichts zu schaffen haben, denn yhre freyheyt, turst, trotz und schwulst haben yhm einen rigel fürgesteckt. Luther auslegung der epist. u. evangel. (1528) Q q iiijᵇ.
2)
vornhin an die auszenseite stecken. hier namentlich: vor die brust stecken. vgl. fürstecker. insbesondere aber: ans kleid vor die brust stecken, vornhin oben ans kleid stecken.
das frauenziefer all steckt sträusgen forne für,
als wenn am selben ort sie schenkten stetig bier.
jungfernanatomie 118, vgl. strausz.
3)
zum augenmerk vornhin stecken. und jage nach dem furgesteckten ziel, nach dem kleinod, welches furhelt die himlische beruffunge gottes in Christo. Phil. 3, 14; wir werden den pfeilen des unglückes als ein ziel fürgesteckt. Schuppius 775.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1871), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 853, Z. 18.

fürstecken, n.

fürstecken, n.
der inf. fürstecken als subst.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1871), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 853, Z. 52.

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Zitationshilfe
„fürstecken“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/f%C3%BCrstecken>, abgerufen am 05.08.2021.

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