Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

fürstengut, n.

fürstengut, n.
1)
eine einem fürsten, einer fürstin oder überhaupt einer fürstlichen person zugehörige sache. fürstengut geht frei, entrichtet keinen zoll (Campe 2, 204ᵃ); doch erkennt der jetzt bestehende deutsche zollverein diesen sprichwörtlich gewordenen satz nicht mehr an.
2)
etwas das einen fürsten, eine fürstin oder überhaupt eine fürstliche person geistig auszeichnet:
disz lichte sternenkind (die klugheit ist gemeint), der engel wahre braut,
der gottheit heller strahl, die sonne der gemüther,
hebt ihrer strahlen gold vor alle fürstengüter,
die dir (herzog Anton Ulrich zu Braunschweig ist angesungen), erlauchtester, der himmel hat vertraut.
J. F. K. in von Hoffmannswaldau u. anderer ged. 1 (1695), 190.
3)
liegendes besitzthum eines fürsten oder eines fürstlichen hauses, kammergut, domäne. Campe a. a. o. und verdeutschungswb. 272ᵃ. nach anführung an dem letzten orte scheint das, wie die eben angeführte stelle zeigt, bereits im 17. jh. vorkommende wort für franz. domaine zuerst von Campe vorgeschlagen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1871), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 866, Z. 79.

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Zitationshilfe
„fürstengut“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/f%C3%BCrstengut>, abgerufen am 06.12.2021.

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