Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

fürstenhut, m.

fürstenhut, m.
ehedem ein als zeichen der fürstlichen würde, später nur noch bei feierlichen gelegenheiten getragener meistens rother mit hermelin ausgeschlagener hut. s. Adelung 2 (1775), 365. zur höhe, stolzer adler! dir winken fürstenhüte und kronen. Fr. Müller 3, 202; der kaiser mag ihm einen fürstenhuth anbiethen. Veit Weber sagen d. v. 6, 32; wobei sein (des prinzen) verzogener name mit dem fürstenhute durchscheinend glänzen sollte. Göthe 18, 268;
sie theilen
dort an der tafel fürstenhüte aus.
Schiller 351ᵃ (die Piccol. 4, 1);
und schneidets (das land) in würdige portionen
zu fürstenhüten und königskronen.
Kl. Schmidt kom. dicht. 349;
von dem einen kopf zum andern
sah ich fürstenhüte wandern.
Tiedge markt d. l. 1, 112.
den fürstenhut erhalten, in den fürstenstand erhoben, zum fürsten ernannt werden. diese redensart ist auch noch heute üblich, trotzdem dasz der fürstenhut auszer brauch ist und nur noch auf wappen vorkommt, auf denen unabhängiger (souveräner) fürsten in einer offenen krone. Vgl. doctorhut.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1871), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 869, Z. 46.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
fürnehmen
Zitationshilfe
„fürstenhut“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/f%C3%BCrstenhut>, abgerufen am 03.12.2021.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)