Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

fürstenschule, f.

fürstenschule, f.
1)
eine fürstliche schule, d. h. eine von einem fürsten zum besten seines landes gestiftete höhere schule, gymnasium ducale sive illustre. Stieler 1721. besonders erhielten die aus den gütern aufgehobener klöster vom kurfürsten Moriz von Sachsen mit freistellen für wohnung und kost gestifteten berühmten gelehrtenschulen zu Grimma, Meiszen und Schulpforta den namen fürstenschulen.
2)
eine schule für fürsten, im besondern eine erziehungsanstalt für künftige fürsten, für prinzen. s. unter fürstenkind die stelle Jean Paul Levana 2, 133, in der aber fürstenschule s. 134 steht.
3)
eine schule, in der ein fürst oder fürsten oder fürstliche staaten lehrer, oder theils lehrer theils schüler sind. so bei Jean Paul Tit. 1, 155 in anspielung auf die harte züchtigung, durch welche Polen von den groszen nachbarmächten zurechtgebracht wurde: als zwey ähnliche gymnasiarchen, die gouvernante England und die hausfranzösin Frankreich die kurrentschülerin Deutschland nach den besten schulbüchern wirklich erzogen haben, so dasz wir nun wieder unsers orts im stande sind, Polacken zu schulen und solche mit dem schullokal aus dem katheder unserer fürstenschule herab so viel als nöthig zu kantschuhen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1871), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 878, Z. 32.

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Zitationshilfe
„fürstenschule“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/f%C3%BCrstenschule>, abgerufen am 24.11.2020.

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