Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

fürstentochter, f.

fürstentochter, f.
eine tochter eines fürsten, also auch eine uneheliche tochter eines solchen. im besondern und vorzugsweise aber eine prinzessin: mhd.
dô sprach dër hërre Dietrîch:
jâ hân ich fürsten tohter rîch
vil gesëhen bî mînen tagen,
daʒ ich hôrte nie gesagen
von schœnerme wîbe.
klage (Holtzmann) 794.
nhd. wie schön ist dein gang in den schuhen, du fürsten tochter. hohel. 7, 1;
ein fürstn tochter drumm wöll wir werben.
H. Sachs III (1588). 2, 99ᵇ;
deine augen teiche zu Hesbon,
am thore der fürstentöchter.
Herder lieder d. l. 65 (hohel. 7, 4);
wie dürft ich spieszbürger meine augen aufheben gegen eine fürstentochter des landes?
Musäus volksm. 3, 190;
ich lese blumen, schmuck für die lieblichste
der fürstentöchter: zwar sie mag der
blumen entbehren, sie selbst die schönre.
Chr. Stolberg, in Matthissons lyr. anth. 20, 151;
in welcher
gestalt, weh mir, musz ich Euch wieder finden!
Euch hier als eine sclavinn des serails,
die königinn, die edle fürstentochter!
Schiller 604ᵃ (Tur. 4, 10);
so ist die Tartarei noch reich genug
an fürstentöchtern, dieser Turandot
an schönheit gleich und zärtlicher als sie.
605ᵃ (ebenda);
weil auf nordens hohem throne
unsre fürstentochter sitzt.
Schenkendorf ged. 79.
s. fürstenmädchen und vgl. fürstenknabe, fürstensohn, aber auch kaisertochter, königstochter.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1871), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 884, Z. 54.

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Zitationshilfe
„fürstentochter“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/f%C3%BCrstentochter>, abgerufen am 20.01.2022.

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