Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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fürstreit, m.

fürstreit, m.,
s. vorstreit.
1)
der anfang eines treffens oder einer schlacht, der erste angrif in einem kampf oder einer schlacht. prelium, furstreit, der erst anganck im streit, est primus congressus vel conflictus. Eychman q ijᵇ.
2)
ein dem eigentlichen streite vorausgehender, ein kampf der dem hauptkampfe vorausgeht, auf denselben gleichsam vorbereitet.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1871), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 896, Z. 19.

vorstreit, m.

vorstreit, m.,
das vorrecht den kampf zu beginnen, freier dann der vorteil, dem feinde im angriff zuvorzukommen; vgl. fürstreit teil 4, 1, 1, sp. 896 (nur mit einem lexikalischen beleg); mhd. vor-, vürstrît mhd. wb. 2, 2, 696ᵃ; Lexer 3, 481; nachtrag 400; mnd. vorstrît Schiller-Lübben 5, 465ᵇ; mnld. vorestrijt Verwijs-Verdam 9, 1109; weder Adelung noch Campe verzeichnen das wort.
1)
im eigentlichen sinne, recht des ersten angriffs und dieser selbst, auch von einem einzelnen; die Schwaben haben den vorstreit im reichsheer (vgl.: swâ man umbe des rîches nôt strîten solte, dâ suln die Swâbe vor allen sprâchen strîten Schwabenspiegel 31 Gengler): die Schwaben gaben für, es were ir alt recht und herkommen den vorstreit zuͦ haben S. Franck chron. Germ. (1538) 150ᵃ; der bürgermeister spricht: sind Schwaben unter uns, so haben sie den vorstreit, das ist ihr altes recht Freytag (1886) 18, 283. — und so in allgemeiner anwendung: ius primam pugnam habendi ... quae vulgo dicitur forstrit urk. von 1338 bei Würth d. groszherz. hessische wappen (1917) 72; (der könig von Frankreich) wolte den Dütschen nüt die ere günnen, das sü den vorstrit hettent dt. städtechron. 8, 474 (Straszburg); den vorstreit bevalh er Reicharden Fierrabras (1533) h 6; do sprachend die von Bern: sider die sach unser ist, wäre billich, dasz wir den vorstrit hettind Tschudi chron. helvet. (1734) 1, 358; in freier wendung: der Rhein wird dieszmal durch den norden sich den vorstreit nicht abgewinnen lassen (nach der rückkehr Napoleons aus Elba) Görres (1854) 2, 478.
2)
übertragen: wie sie (die Schwaben) den vorstreit in den feldschlachten hatten, so hatten sie ihn damals gleichsam auch in der politik Nitzsch dt. studien (1879) 42.
3)
kampf, der einem gröszeren vorausgeht, übertragen: von den vorstriten eins anvahenden menschen. do im dise indruk von got beschah, do erhuͦben sich bald etlich vorstrite in ime, mit dien in der fient sines heiles wolt han verierret Seuse dt. schr. 8 B.
4)
in der folgenden stelle von den in vorderster reihe kämpfenden: (die gefangenen) sagten in, wie das sy ein grosse streitende schar an unserm vorstreit gesehen hetten, die alle und ir yeglicher in weisse varb gechlaidet wäre (heilige und engel) Hartlieb Caesarius v. Heisterbach 166 Drescher; ebenso: als urheber des streites war er ehrlich im vorstreit gestanden Gotthelf (1855) 11, 47.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1939), Bd. XII,II (1951), Sp. 1709, Z. 41.

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Zitationshilfe
„fürstreit“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/f%C3%BCrstreit>, abgerufen am 17.01.2022.

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