Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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fürderhin, adv.

fürderhin, adv.
fernerhin, weiter fort in die zukunft, in posterum. in beziehung auf die dauer in die zukunft durch hin bestimmter, als das häufigere blosze fürder. s. fürder 2). zuerst taucht das wort bei Rompler auf, der förterhin schreibt (s. förderhin und fürder). aber die wörterbücher nehmen es lange nicht auf; erst bei Weber deutschlat. universalwb. (1770) 306ᵇ u. 307ᵇ findet sich förderhin, dann auch bei Haas 201ᵃ, dagegen sucht man in den deutsch-latein. wörterbüchern von Bauer und Scheller förderhin oder, wie zu ihrer zeit schon das übliche war, fürderhin vergeblich. in den eigentlich deutschen wörterbüchern hat weder die eine noch die andere form je aufnahme gefunden, und wie Stieler, Steinbach und Frisch, so verschmähen auch Adelung, Voigtel, Campe, Heinsius und Heyse das wort. dennoch gebrauchen es namhafte schriftsteller:
an Amorn solls gewisz nicht liegen,
wenn fürderhin nicht unbegrenzte ruh
den himmel wiegt.
Wieland 5, 195 (verkl. Amor 4, 122);
jeder dürfe fürderhin
sich unsres eigenthums bemächtigen,
uns selbst verkaufen in die sklaverei.
Platen 307;
doch seit ich dich erkannt mit geist und auge,
war fürderhin kein streiten
in dieser brust, was mir zu lieben tauge.
E. Geibel der troubadour nr. 7.
auch förderhin, nach der form förder für fürder: aus ihm (dem letzten kampfe) kann es (das christenthum) nur, durchdrungen von göttlicher klarheit, hervortreten und einen sieg feiern, dem förderhin entgegenzukämpfen keine hemmende gewalt mehr im stande sein wird. bis dahin werden diese gedichte leben. Platen poet. u. literar. nachlasz (1852) 1, 64.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1869), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 716, Z. 67.

fürterhin, adv.

fürterhin, adv.,
s. fürderhin. über das t vgl. fürder. hier noch nachträglich zwei stellen: item wan fürtterhin einer ein haupthuobgutt verkhauffenn will. elsässisches weisth. v. 1578 i. d. weisth. 4, 29; dannenhero kompts, dasz sich biszhero noch kein verständiger Teutscher zu todt gegrämt, viel weniger sich gar erhenckt, umb willen er keine andere, als seiner mutter sprach, begreiffen mögen: wirds auch fürterhin noch keiner thun, weil er keine sonderbare grosse ursach darzu hat. des Simplic. teutscher Michel (Keller) s. 1062, 12 = cap. 2 schlusz. noch Weber deutschlat. universalwb. (1770) 319ᵃ verzeichnet fürterhin, verweist aber ohne weiteres eingehn auf „forthin, weiter, künftig“, ein zeichen dasz jenes auszer gebrauch war. s. fürter.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1871), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 903, Z. 50.

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Zitationshilfe
„fürterhin“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/f%C3%BCrterhin>, abgerufen am 03.12.2021.

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