Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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fürweisen

fürweisen,
s. vorweisen. mit acc.
1)
vornhin weisen, zum vornsein oder vorsein weisen, jemand dahin weisen dasz er einem andern oder überhaupt andern vor augen ist.
2)
zum sehen oder kennenlernen hinweisen, vorzeigen. für- sive vorweisen. Stieler 2485, der aber in den beispielen nur vorweisen hat. bei Rädlein, Ludwig findet sich auch allein das letzte, während Aler, Kirsch blosz fürweisen aufnehmen (Kirsch hat z. b. eine handschrifft fürweisen, er hat ein gut zeugnusz fürzuweisen), welchem der nachtreter dieses letzten, Matthiä, schon in der ersten, 1748 erschienenen ausg. seines lex. noch vorweisen beifügt, wie denn auch bereits vorher Steinbach 2, 1005 wieder für- et vorweisen verzeichnet hatte. Dentzler und Weismann nehmen in der bedeutung hier fürweisen, dagegen vorweisen in der nächstfolgenden, eine unterscheidung, die aller begründung entbehrt. Frisch, Hederich, Nieremberger, Weber bringen weder fürweisen noch vorweisen, aber Adelung hält das letzte im wb. fest, das auch bereits um die mitte des 18. jh. schriftdeutsch das allein herschende war. dasz Matthiä noch fürweisen voranstellte, war hingebung an sein vorbild Kirsch. übrigens dauert es heute noch mundartlich, z. b. wetterauisch, oberhessisch, fort. mit einem satze statt des acc.: vil bekante exempel weisen für und helffen zeugen, wie leicht sich die erhebung in eine stürtzung verwandele. Butschky Patmos 720.
3)
vorher weisen, anleitend weisen, angeben, praemonstrare. s. Dentzler und Weismann vorhin unter 2).
4)
vorwärts weisen, weiter weisen.
5)
nach zustehendem rechte zur besetzung einer pfründe, einer stelle vorschlagen, präsentieren. mit acc., um die vorgeschlagene person auszudrücken, und auch mit dat. zur bezeichnung dessen dem jene person vorgeschlagen wird: auch sol ich Wilhalm der Pütreich oder mein mannes erben, dem dann die fürweysung gepürt, alezeit, wann die mesz ledig wirt, fürweysen dem techant zu sand Peter, der dann zu den zeiten ist, ainen erbern geleunten (in gutem rufe stehenden) und geampten (gedienten) priester, und dem sol dann derselb techant die cappeln, mess und altar leihen (übertragen) und yn darzu bestäten, alls dann recht ist ainem yglichen fürgeweysten capplan ze tun. urk. v. j. 1402 in den monum. boic. 19, 76; denselben (so statt demselben zu lesen) priester soll man dann præsentirn und fürweisen unnserm gnedigen hern dem bischof zu Freysing ..., einen erbarn geleumbten unnd geambten priester alzeit, wen es ledig wirdet und den soll dan derselb erwirdig unnser genediger herr der bischof zu Freising ... bestätten, leichen und confirmiern. urk. v. j. 1431 ebenda s. 119. s. auch Schmeller 4, 181.
6)
vorbeiweisen, vorüberweisen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1871), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 931, Z. 48.

vorweis, m.

vorweis, m.,
von vorweisen abgeleitet, veraltet.
1)
das vorweisen, aufzeigen: zu unsern händen aufgelassen nach laut und vorweis ihrer brief und siegel verh. d. schles. fürsten u. stände 7, 201 Palm.
2)
gegenständlich 'ein pasz, wie auch ein erlaubnisschein' Campe; Westenrieder (1816) 641; ich kann dem herrn meinen christlichen vorweis zeigen Aurbacher ein volksbüchlein 2 (1839) 260; einer der herren, die unsern französischen vorweis aus Hof in augenschein genommen G. H. v. Schubert selbstbiographie 2 (1855) 265; wo ists wanderbüchl oder ein vorweis? Pocci lust. komödienbüchlein (1871) 4, 278.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1939), Bd. XII,II (1951), Sp. 1909, Z. 1.

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Zitationshilfe
„fürweisen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/f%C3%BCrweisen>, abgerufen am 18.10.2021.

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