Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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fürweisung, f.

fürweisung, f.
der rechtlich zustehende vorschlag zu einer stelle, die präsentation, das patronatsrecht. die furweisung ayns capplans, presentation oder jus patronatus, daʒ die layen haissen lehenschafft des obgenannten altars. urk. v. j. 1402 in den monum. boic. 19, 75; auch ist ze wissen, das (dasz) die furweysung aines cappelans, presentacion, jus patronatus, das die layen haissent lehenschaft des obgenannten altars. urk. v. j. 1408 ebenda s. 95. die lehenschaft oder fürweisung eines yeglichen caplans, das man nennt ze latein jus patronatus. urk. v. 1418, bei Schmeller 4, 181. s. auch die erste stelle unter fürweisen 5).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1871), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 932, Z. 16.

vorweisung, f.

vorweisung, f.,
zum vb. vorweisen gebildet und dessen bedeutungen folgend, vgl. fürweisung teil 4, 1, 1, sp. 932; vorweisung ostendendi actus, vulgo ostensio ..., repraesentatio et exhibitio Stieler 2485; Kramer 2, 1308ᵃ; remonstration, die vorstellung, der beweisz, die vorweisung Spannutius 1413; vgl. mnld. vorewisinge Verwijs-Verdam 9, 1146; dän. forevisning.
1)
in der sprache der gegenwart wird vorweisung fast nur vom vorlegen, zeigen eines beweisstückes gebraucht, besonders vom vorzeigen eines schriftstückes, wie einer urkunde, eines briefes, einer legitimation, eines passes u. ä.: im protestirenden krieg kamen die keyserischen vor Ziegenhain, forderten den ort auff, mit vorweisung landgraf Philipsen (den sie gefangen hatten) befelchs Zinkgref apophth. (1628) 1, 373; nach vorweisung dessen (eines briefes) Knigge roman m. lebens (1781) 3, 215; seine (des passes) vorweisung (musz) auf jeder station bescheinigt werden K. L. v. Haller restaur. d. staatsw. (1816) 2, 129; er wurde bei vorweisung der karte in einen saal gewiesen Eichendorff (1864) 2, 146; Katermeier: wo empfang ich das geld? schreiber: bei dem quästor, nach vorweisung dieses zettels Grabbe 3, 527 Bl.; Origines verlangte die vorweisung der unverfälschten exemplare D. Fr. Strausz (1876) 3, 57; durch vorweisung des impfscheins hdwb. d. staatsw. (1898) 4, 1326. mit anderem objekt: mit der vorweisung der schaurigen narben Alverdes d. pfeiferstube (1929) 13.
2)
vorzeigen zur betrachtung oder belehrung: vorweisung der platinamedaille, ingleichen des Körnerischen flintglases Göthe III 10, 115 W.; vorweisung eleusinischer symbole war sache der hierophanten Ed. Gerhard akad. abh. (1866) 2, 441 anm.
3)
in älterer sprache auch übertragen: vorbildung und vorweisung seines verdienst, leydens und sterbens Dannhawer catech.-milch (1657) 5, 876; vorweisung der ähnlichkeit einer unbekannten sache mit einer bekannten Lavater physiogn. fragm. (1775) 1, 149. — so geht das wort dann auch in den sinn von 'belehrende darstellung' u. ä. über: mit dem edlen innhalt und gewiszheit der lehr oder fürweiszung Pegius geburtsstundenbuch (1570) V v 3ᵃ; welcher zu solchen spielen die vor- und anweisung thut Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. (1641) 2, 3. — die belehrung kann auf einem wissen um die zukunft beruhen: prescientia vorweyszung Diefenbach nov. gloss. 302ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1939), Bd. XII,II (1951), Sp. 1912, Z. 46.

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Zitationshilfe
„fürweisung“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/f%C3%BCrweisung>, abgerufen am 28.11.2020.

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