Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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fürwendung, f.

fürwendung, f.,
s. vorwendung.
1)
vorstellung, in rede oder schrift bei jemand zur beherzigung vorgebrachtes: hat die höchstgedacht ka. m. ... nichts desto weniger mitler weyl alle mügliche unnd freundtliche fürwendung gegen jme (es ist der herzog von Cleve gemeint) gethan, ob doch jr may. jne von seinem unbillichen fürnemen (nemlich der einnahme des herzogthums Geldern) guͤtlich hette abwenden mögen. der durchleuchtigsten frawen Maria zu Hungern aiiijᵇ. vgl.fürwenden 6).
2)
eine einwendung: derhalben hette er mit seinen furwendungen und beweisungen nichts ausgericht. Luther 1, 145ᵇ; so sie das thäten, können sie wohl achten dasz e. cf. g. und die andern allerlei fürwendung wider das concilium werden thun lassen. Pontanus in Melanchthons werken 3, 152. s.fürwenden 7).
3)
ein vorwand, ein scheinvorgeben, ein vorbringen einer ursache oder eines beweggrundes die nicht die wirklichen oder mindestens zweifelhaft sind. fürwendung (die), deckmantel, praetextus. Maaler 151ᶜ. s.fürwenden 9).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1871), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 934, Z. 73.

vorwendung, f., nomen actionis

vorwendung, f., nomen actionis
zu vorwenden; im frühen nhd. auch als fürwendung geläufig (s. teil 4, 1, 1, 934 u. vgl. ndl. voorwending), in neuerem sprachgebrauch jedoch gegenüber vorwenden (subst. inf.) und vorwand zurückgetreten. in alter neutraler bedeutung (zu vorwenden 5): die rechtmäszige praetension und vorwendung theatrum amoris (1626) 133; gewöhnlich aber gefärbt und in den verschlimmerten sinn übergehend (s. vorwenden 5 d), 'entschuldigung, einwand, vorwand': (der römische hof soll kein geld fordern) auch nicht vnder dem schein der bullen, sigel oder annaten, oder mit was vorwendung es geschehe Fischart binenkorb (1588) 44ᵇ; unter gleichmäszigem schein und vorwendung (1618) acta publica 1, 163 Palm; durch vorwendung geheimer offenbahrungen A. Gryphius trauersp. 15 Palm; bemäntelte vorwendungen pretesti palliati Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 25ᶜ; (er) suchte unter allerhand vorwendung die zeit hinzubringen Heilmann pelop. krieg (1760) 106. häufig mit vorwendung: mit vorwendung, sie gehörten nicht unter seiner hut Pape bettel- u. garteteuffel (1586) a 6ᵇ; mit vorwendung, die kirchen dieser lande ... zu retten Rätel Curaei chron. (1607) 581; mit vorwendung vieler gesuchter rechts- und andern gründe Zinkgref apophth. (1628) 451; mit vorwendung deines befehls theater d. Deutschen (1768) 4, 179.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 13 (1951), Bd. XII,II (1951), Sp. 1921, Z. 35.

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Zitationshilfe
„fürwendung“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/f%C3%BCrwendung>, abgerufen am 07.05.2021.

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