Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

fürwengen

fürwengen,
steht, nach der aussprache des mehr östlichen Mitteldeutschlands, für fürwenden in dem zu Jhena bei Rhebarts erben 1578 gedruckten sechsten theil aller bücher und schriften Luthers bl. 57ᵇ, aber nicht in allen exemplaren: auf das die welt nicht könne wider uns auffbringen noch fürwengen sich zu entschüldigen. gibt es zwei sonst seite auf seite und zeile auf zeile zutreffende drucke des theiles aus dem jahre? oder wurde vielleicht während des druckes in fürwenden geändert? die bedeutung hier ist die bei diesem unter 9) angegebene. wandlung des nd in ng findet sich in den mundarten von Aachen, Jülich, dem Siegerlande, Ziegenhain, an der Rhön, auf dem Vogelsberge nach Fulda hin, in dem Unterharze, Anhalt, Altenburg, Thüringen, Henneberg, Meiszen, in einzelnen gegenden und orten Schlesiens, aus welchen bei Andreas Gryphius finge, gefungen, verwingest, angebungen, geschungen, für finde, gefunden, verwindest, angebunden, geschunden, begegnen, bei Schweinichen schwingesucht für schwindesucht und selbst hochd. das mit schlucken sinnverwandte schlingen (s. d.), neben dem noch im 17. jh. seine alte form schlinden vorkommt. vgl. Weinhold deutsche dialectforschung s. 69.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1871), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 935, Z. 13.

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fürnehmen
Zitationshilfe
„fürwengen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/f%C3%BCrwengen>, abgerufen am 25.10.2021.

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