Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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fürwillen, adv.

fürwillen, adv.
für guten willen, als guten willen. in der redensart fürwillen nehmen, sich in anbetracht des guten willens freundlich genügen lassen: lassen Sie sichs schmecken, ich bitte Sie, und nehmen Sie so dasmal fürwillen. J. G. Müller Siegfr. v. Lind. (1790) 3, 51. eigentlich getrennt gesetzt für willen, welches für mit dem acc. sg. von wille ist und eben so gebildet wie für gut, für lieb, für übel, die auch fürgut, fürlieb, fürübel geschrieben werden und von welchen die beiden ersten ähnlich gebraucht sind, wie wir das etwas später, als fürlieb, gebildete fürwillen setzen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1871), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 938, Z. 76.

vorwillen

vorwillen,
adverbielle zusammenrückung des frühen nhd., aus wille (teil 14, 2, 159) und vor- mit acc. (teil 12, 2, 802 [e]); funktionsgemäsz zu erwartendes für-, dem von alters her die acc.-rection zukommt (über die ursprüngl. kasusverteilung zwischen vor- und für- vgl. teil 4, 1, 1, 618), dringt erst um 1800 durch (s. fürwillen teil 4, 1, 1, 938 und Adelung 5 (1786) 228); in der sprache der gegenwart von vorlieb (teil 12, 2, 1290) verdrängt.fast ausschlieszlich in der wendung vorwillen nehmen 'vorlieb nehmen, sich zufrieden geben, begnügen'; eigentlich: 'als willen hinnehmen', 'den willen eines anderen für die tat nehmen'; oder aberdie sinnverwandtschaft mit vor-lieb gibt es zu erwägen — 'als dem eigenen willen entsprechend (wunschgemäsz) annehmen', d. h. 'als will-kommen, erwünscht, angenehm auffassen', wobei sich in vorwillen und vorlieb wille und lieb(e) in der alten bedeutung 'freude, erfreuendes' berühren würden (s. wille teil 14, 2, 145 [8]): dasz i(hre) f(ürstl.) g(naden) mit aufs haus ziehen wollten und mit i(hrer) f(ürstl.) g(naden) vorwillen nehmen Schweinichen denkwürd. 155 Ö.; ja eine geschickte jungemagd ... ziehet ... wohl ein dutzend diener an sich, wenn die jungfer nur mit einem brautdiener vorwillen nehmen musz jungfer Robinsone (ca. 1730) 5; auch hätt ich an einem dieser nächst vergangenen posttage gerne mit einem kleinen brieflein vorlieb und willen genommen (1778) Wieland an Merck in: briefe an Joh. Heinr. Merck 1, 145 Wagner; vgl. auch ebda 1, 255. weitere belege des 17. u. 18. jhs. unter wille teil 14, 2, 159 und vor teil 12, 2, 802 (e).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 13 (1951), Bd. XII,II (1951), Sp. 1941, Z. 27.

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Zitationshilfe
„fürwillen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/f%C3%BCrwillen>, abgerufen am 02.12.2020.

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