Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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fuseln

fuseln,
das von fusen (s. d.) abgeleitete frequentativ, an dem zugleich etwas diminutives haftet. es bedeutet:
1)
mit eilfertigkeit und auch wol damit verbundenem geräusche geschäftig sein. in so fern dies mit vorwitz geschieht, straszburgisch
i heer ebs wisple drus, was fuselt dort der bue?
ah, der stenzt (strenzt, stiehlt) blueme! wart, du strick, i kumm derzue.
Arnold pfingstmontag 170.
bair.: geschäftig und eilig sein, ohne doch zu einem zweck zu kommen. Schmeller 1, 571.
2)
an etwas hin und her bewegen, an etwas hin und her reiben: bande der knecht dem meister die finger mit treibschnüren zusammen, so vest er vermöchte, unnd darnach mit einem ladstecken ausz einem langen rohr, fuselte zwischen den fingern so lang auf unnd ab, bis die haut abgieng u. s. w. Philander 2, 591 (1650 585).
3)
zu eilig oder übereilt und schlecht arbeiten. im schreiben fuseln, kleine und unleserliche züge machen. bair. und tirol., s. Schmeller a. a. o. Schöpf 163. eine gefuselte schrift. Schmeller.
4)
mit kleinigkeiten beschäftigt sein, kleinliches treiben, tändeln. ebenfalls bair. und tirol. Schmeller a. a. o. Schöpf a. a. o.
5)
tirol. auch so viel alslangsam arbeiten.Schöpf a. a. o. diese bedeutung entwickelt sich aus der vorhergehenden, da bei kleinlichem treiben und tändeln die arbeit nicht vorwärts kommt. S. fuscheln.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1872), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 963, Z. 1.

fuseln

fuseln,
ein von dem vorigen vollständig verschiedenes verbum, das von fusel abgeleitet ist. es bedeutet:
1)
fusel trinken. Danneil 59ᵇ. dasz er seine galle nicht etwan über mich ausschütten möchte, so muszte ich mitprosten. hier nun wurde ich wirklich berauscht, und als wir an der jägerbrücke noch einmal gefuselt hatten, in der that besoffen. der Leipziger candidate (Danzig 1765) s. 71.
2)
dem brantweintrinken ergeben sein. Hennig 77. besonders: sich in fusel betrinken.
3)
fuselgeruch von sich geben, fuselgeschmack haben.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1872), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 963, Z. 27.

füseln

füseln,
in sehr feinen tröpfchen durcheinander regnen, stäubend regnen. mit kurzem ü. wetterauisch, westerwäldisch (Schmidt 62). in der Eifler mundart es fuselt, es fällt ein wenig regen. Frommann 6, 14. Schmitz 1, 225ᵇ. tirol., s. Schöpf 163.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1872), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 963, Z. 37.

füseln

füseln,
für fiseln, also mit ü für i. dies in da man sie fragt, warumb sie ein hinckenden mann genommen hett? respondit: sie hopffen und stumpffen wol, darumb nam auch die geil Venus den hinckenden gauch Vulcan. es ist keiner zuverachten, der ander gründet wol, der füselt wol. Fischart Garg. 241ᵇ, der druck von 1608 Ffiiijᵃ hat auch wirklich fiselt. es ist aber füseln, fiseln in dieser stelle nicht fiseln 3, 1690, sondern ein von fisel m. abgeleitetes verbum, das sich nach diesem seinem stammwort erklärt.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1872), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 963, Z. 41.

fusseln

fusseln,
was fusern (s. d.). von fussel.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1872), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 964, Z. 68.

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Zitationshilfe
„füseln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/f%C3%BCseln>, abgerufen am 07.05.2021.

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