Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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fusseln

fusseln,
was fusern (s. d.). von fussel.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1872), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 964, Z. 68.

füszeln

füszeln,
mit frequentativem l, das aber auch diminutive bedeutung annimmt.
1)
zu fusze gehn. in diesem sinne taucht das wort zuerst auf und zwar im 15. jahrh., aus welchem in einem vocabularius bei Diefenbach 420ᵇ fusziln. geläufiger aber ist die folgende bedeutung
2)
die füsze beim gehn zum fortkommen schnell, überhaupt lebhaft bewegen, geschwind, lebhaft zugehn, zumal in kurzen schritten. dasz eine schlanke weisze gestalt ... so schnell durch den dunklen garten nach dem hause zuflog, dasz man sie im mondenschein kaum füszeln sehen konnte. Eichendorff taugenichts (1842) 84. bis zu dem orte ist noch eine stunde, aber wenn Sie recht füszeln, sind Sie in drei viertelstunden dort. straszburgisch:
und füeszle dnoh un gaisze (klettern)
nuf ufs Landsperger schlosz.
Arnold pfingstmontag 185.
wetterauisch foiszele, wie fousz für hochd. fusz; oi = mhd. üe.
3)
die füsze in kurzen schritten und schwingungen mit geschwindigkeit bewegen: er strengte sich nun an, recht zierlich und neumodisch zu tanzen, und füszelte so emsig und künstlich, dasz ihm der schweisz vom gesicht herunterflosz. Eichendorff taugenichts 76.
4)
die füsze spielend bewegen:
jetzt stellst du (eine fliege ist angeredet) auf dein köpfchen dich
und füszelst rasch dabei.
Langbein schriften (1841) 1, 256.
5)
unterm tisch mittelst der füsze einander zärtlich berühren oder ein heimliches verständnis unterhalten. dieses kann aber nur mit einer person des andern geschlechtes stattfinden. s. Schmeller 1, 572. Schmid 211.
du (ein mädchen ist angeredet) kannst nunmehr den tanz nach lust verüben,
bei tafel schwelgend füszle mit dem lieben.
Göthe 41, 79.
6)
sich vielfüszig bewegen. so von tausendfüszen. sich die stelle unter füszeln n.
7)
schlecht zu fusze sein, schlecht gehn, und darum die füsze schnell bewegen.
8)
schwäb. auch so viel als leise gehn. Schmid 211.
9)
transitiv:
a)
durch einen fusztritt, durch fusztritte davonjagen, durch solche oder auch überhaupt füsze machend zum fortlaufen nöthigen. so tirol. fueszlen, s. Schöpf 160 und bei Frommann 5, 336.
b)
einen fuszlen, ihn auf den fusz treten, sei es um ihm ein zeichen zu geben oder aus besonderer neigung zu ihm. fuszlen einen, insistere plantam in pedem alterius. Aler (1727) 828ᵇ.
c)
einen fuszlen, ihm ein bein stellen, ihn über einen vorgestellten fusz, ein vorgestelltes bein fallen machen. Aler 828ᵇ. in demselben sinne noch kärnt. einen füeszln. Lexer 106.
d)
mit füszchen, überhaupt auch mit füszen versehen.
01)
tirol. reflexiv sich fuszeln, im gehn eilen. Schöpf 160.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1872), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 1019, Z. 29.

füszeln, n.

füszeln, n.,
der als subst. gesetzte inf. des vorigen. in der da unter 6) angegebenen bedeutung: der dritte mag des verhenkerten füszelns wegen nicht zählen. Lichtenberg 4, 80 (1800 3, 540).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1872), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 1020, Z. 1.

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Zitationshilfe
„füszeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/f%C3%BCszeln>, abgerufen am 03.08.2021.

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