Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

fützeln

fützeln,
ein von futze (s. d.), futz abgeleitetes verbum. es bedeutet
1)
in den cantonen Luzern und Appenzell übel riechen, stinken. Stalder 1, 402.
2)
mit einer weiblichen person innigen geschlechtlichen umgang pflegen. mit welcher (seiner ehefrau) er (der mann) ungehindert mag schertzlen, stertzelen, mertzelen, kitzelen, kritzelen, schmützelen, schwitzelen, pfitzelen, dützelen, mützelen, fützelen, fürtzelen und bürtzelen, so offt es jhm gelüst zu stützelen und zu stürtzelen. Fischart Garg. 72ᵇ (1608 H 8ᵇ), wo das vorausgehende mützelen, abgeleitet von mutze f., cunnus, vulva (ring 11ᵇ, 1. s.futze), mit fützelen in der bedeutung übereintrift.
3)
in dem canton Sanct Gallen auch so viel als weibisch thun. Stalder 1, 402.
4)
sich fützeln, mit einander unzucht treiben: die lieben seelen — kützeln sich, fützeln sich, schnäbeln sich, und denken eher an — als an der gäste flämischen durst. aus Karl Petersens poet. nachlasz, bei Gutzeit 1, 304ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1872), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 1102, Z. 56.

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Zitationshilfe
„fützeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/f%C3%BCtzeln>, abgerufen am 16.05.2021.

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