Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

franke, m.

franke m
Franco, ahd. Francho, Franko, mhd. Franke, ags. Franca, engl. Frank, pl. French, altn. Fracki, pl. Frackar, die weitverbreitete benennung eines ursprünglich deutschen volkstamms.
die Swâbe und die Franken.
Neidh. 16, 3.
das natürlichste scheint doch sie sowol mit frech als mit frei in verbindung zu setzen, welche beiden wörter man vergleiche. Franken wären die selbständigen, unabhängigen, wie Schwabe, Suevi die sui, proprii, wozu sich jene propria alodis, franc aleu halten läszt. die formen frech, fricg, frigg mahnen an das vorhin erörterte fraihnan, frëgna, frignan, fringan und gerade wie aus þicgan, þiggja, þagkja, þâga (personenw. s. 59), entfaltete sich aus friks, frech Francho, goth. Fragka? þacka danken wie fracka franke, framea. man könnte sogar in friks dieselbe vorstellung des strebens, begehrens, forschens finden, die dem fragen zu grunde liegt. den namen einer eigenthümlich fränkischen waffe, framea und ags. france, altn. fracka glaube ich mit recht auf den des volks zurückzuleiten (GDS. 513—17), dem was Leo Meyer bei Kuhn 6, 424 ff. über framea vorträgt stimme ich nicht bei. mit der zeit haftete die einfache benennung blosz an den in Deutschland um den Rhein und Main verbliebnen Franken (Rheinfranken, Rînfranken) und entgieng den in Gallien vorgedrungnen, die man Franzosen heiszt. doch bewahrte sich auch für sie unter den dichtern der edle, einfache ausdruck:
aber ich konnte nicht denken, dasz bald sein (des Rheinstroms) liebliches ufer
sollte werden ein wall, um abzuwehren den Franken,
und sein verbreitetes bett ein allverhindernder graben.
seht so schützt die natur, so schützen die wackeren Deutschen.
Göthe 40, 243;
und wir waren zuerst, als nachbarn, lebhaft entzündet,
drauf begann der krieg und die züge bewafneter Franken
rückten näher, allein sie schienen nur freundschaft zu bringen.
40, 290;
so sucht der Franke, seines alten ruhms
vergessend, nur die sicherheit der burgen.
Schiller 451ᵃ;
die liebe zu dem angestammten könig,
die tief gepflanzt ist in des Franken brust.
456ᵃ;
der Franke weisz es nicht und wills nicht anders.
456ᵇ;
was zagt ihr, tapfre Franken? auf den feind!
457ᵇ.
seit 1789 ward der name wieder mode; man hat auch Neufranken versucht, doch sind die Franzosen so alte Franken als die auf der rechten seite des Rheins. für die französische münze galt Franke schon im 17 jh.: mit schillingen und dickpfenningen, mit franken und realen. Philander 1, 227.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1863), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 57, Z. 36.

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