Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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gutchen, n.

gutchen, n.,
auch gütchen (s. u.gütchenbüchse), 'bonbon, leckerei, naschwerk', vgl.gutsele, ↗gutlein: der geist (schüttelt) seine säcke und beutel aus, allerlei gutchen, leckereien und geklimper E. M. Arndt schr. f. u. an s. l. Deutschen (1845) 3, 206; der lieben mutter danke ich herzlich für die gutchen K. Gerok lebensbild 119. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1935), Bd. IV,I,VI (1935), Sp. 1383, Z. 22.

gütchen1, n.

¹gütchen, n.,
auch gutchen, name eines kobolds, hausgeistes, wichtelmännchens; ursprünglich vielleicht von gott abgeleitet im sinne 'götze', aber früh als freundlicher, hilfreicher geist auf gut IV A 1 c α ββ (vgl. sp. 1286) bezogen, s. Bächtold-Stäubli hdwb. d. aberglaubens 3, 1233f. und unten ¹gütel, vgl.güttgen cobalus ('kobold') gemma gemmarum (1508) nach Schmeller-Fr. 1, 963; literarisch erst seit dem 17. jh. bezeugt: in Deutschland hat man sie (die hausgeister) gehaiszen gutichen, wichtlichen Prätorius anthrop. Plut. (1666) 1, 360; man nennet sie sonsten erdmännlein, gütchen und gute hulden oder hausgeister Widmann Fausts leben 157 K.; wenn aber das kind im schlafe lacht, sollen sie es ja nicht stören. das gütchen spielt mit ihm, welches sehr gut ist der biedermann (1729) 2, 192;
da trippelt ein die kleine schar (der gnomen) ...
den frommen gütchen nah verwandt
Göthe 15, 2, 53 W.;
ein kleiner kobold trägt es (das flämmlein) durch die nacht.
steh! kleines gütchen, leuchte mal dem Wehrmund!
Fouqué bildersaal (1818) 1, 220.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1935), Bd. IV,I,VI (1935), Sp. 1382, Z. 34.

gütchen2, n.

²gütchen, n.,
deminutiv zu gut, n.
1)
seit dem jüngeren mhd. für ein kleines ländliches besitztum, vgl.gut, n., B 3 b (sp. 1364): umme ansprache, die sie zuͦ sprechenne hatte zuͦ dem commentuͦre und den bruͦdern des Duͦczhin huͦsis by Marthpurg umme daz guͦtdchin zuͦ Damme (v. j. 1347) hess. urkundenb. 2, 551 Reimer; die (beute) nahm ich und kauffte ein wüst gütgen Chr. Weise erznarren 42 ndr.; mein güthgen trägt mir jährlich mein leidlich auskommen noch zu Ettner v. Eiteritz mediz. maulaffe (1719) 103;
er hat ein hübsches gütchen hier
mit einer hufe feld
Böhme volksth. lieder d. Dtschen 286;
das schöne gütchen kennst du ja,
das ich den alten ausersah
Göthe 15, 2, 300 W.;
weit von hier am fernen Rhein
ist ein schlosz, ein gütchen mein
Grillparzer s. w. 4, 79 Sauer;
seine durchlaucht besitzen ihre schlösser nicht wie der bauer sein gütchen Immermann 5, 93 Boxb.
2)
nur vereinzelt von einem kleinen beweglichen besitz, vgl.gut, n., B 1; vom geld:
also kompts güttgen fein zu hauff
Gabr. Voigtländer oden u. lieder (1642) 74;
täglich im sausze und schmausze zu leben, das gütgen unnützlich durchzujagen Schoch studentenleben 5 Fabr.; von der dinglichen habe überhaupt: (wir können) den erlittenen schaden nicht anders alsz mit verpfändung ... unserer wenigen güterger ... ersetzen bittschreiben v. j. 1707 in Crecelius oberhess. 445.
3)
in der redensart sich ein gütchen tun, 'sich etwas angenehmes verschaffen', vgl. sich etwas zu gute tun (sp. 1345), sich eine güte tun (s. ¹güte 5 b), sich gütlich tun (s. gütlich B 1 f α γγ), namentlich im essen und trinken: dachte aber so bei mir: 'diese nacht willst du dir hier ein gütchen tun L. E. Grimm erinner. a. m. leben 180; mit der absicht, sich mit dem häuflein geldes ... ein besonderes gütchen anzutun W. Speck zwei seelen² 108; da hat mein boshafter hund sich diese nacht ein gütchen gethan in meinem samenbeete M. Nathusius ausgew. schr. (1889) 2, 108.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1935), Bd. IV,I,VI (1935), Sp. 1382, Z. 54.

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Zitationshilfe
„gütchen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/g%C3%BCtchen>, abgerufen am 15.05.2021.

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