Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gütergemeinschaft, f.

gütergemeinschaft, f.,
gemeinschaftliches und gleiches eigentumsrecht an besitztümern; noch bei Adelung fehlend. 1) allgemein: von seinen jüngern und der ersten gütergemeinschaft Herder 10, 276 S.; es gibt keine familie, daher auch kein privateigentum, sondern gütergemeinschaft Schopenhauer w. 2, 738 Gr.; und dasz er (Plato) ... das geständnis macht, gütergemeinschaft sei nur bei göttern und göttersöhnen möglich W. Weigand d. rote flut (1935) 185; auf den gemeinsamen besitz geistiger werte übertragen: da wir geistige gütergemeinschaft mit allen völkern haben A. v. Arnim trösteinsamk. 28 Pfaff; beide lebten überhaupt in einer gütergemeinschaft des körpers und geistes, die wenige fassen Jean Paul 11/14, 65 Hempel. 2) im engeren sinne als terminus im ehelichen güterrecht; das schon im altdeutschen recht festgesetzte gemeinsame besitzrecht der ehegatten am beiderseitigen vermögen gegenüber der gütertrennung: die gütergemeinschaft soll ein arcanum für den ... hausfrieden unter eheleuten seyn allg. dtsche bibl. anh. 25-36, 319; die eheliche gütergemeinschaft ändere an dem eigenthum des vermögens von dem einen oder dem anderen theile nichts K. L. v. Haller rest. d. staatswiss. 1, 199; vollständige gütergemeinschaft in der ehe galt erst, als thätigerer handelsgeist geld oder zutrauen nöthiger machten Zschokke s. ausgew. schr. 31, 210. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1935), Bd. IV,I,VI (1935), Sp. 1418, Z. 7.

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Zitationshilfe
„gütergemeinschaft“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/g%C3%BCtergemeinschaft>, abgerufen am 15.05.2021.

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