Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

gütlichheit, f.

gütlichheit, f.,
substantivbildung älterer sprache mit dem suffix -heit aus gütlich, neben häufigerem gütlichkeit (s. dort); zu gütlich im sinne 'freundliches, liebevolles wesen', vgl. gotlicheyt humanitas (voc. v. j. 1417) Diefenbach nov. gl. 206ᵇ: ein mensche, der got gerne minnete ..., der sol alle ding von minnen tuͦn gote zuͦ lobe ... in senftmütiger gütlicheit und fridelicher gelossenheit Tauler pred. 309 V.; als 'wohlwollen, barmherzigkeit': do (die ratsherren) de oethmodicheit seghen erer borghere, se worden beweghet to barmeherticheit unde nemen se to gnaden. do de borghere bekanden de gutlicheyt erer herren ... städtechron. 28, 88; als 'freundlichkeit, gefälligkeit': alles das uns syne liebde zo gütlicheit willen und wolgefallen gethun und bestellen mach bei Steinhausen privatbr. d. mittelalt. 1, 31; besonders entsprechend gütlich A 1 c 'gütliche beilegung einer streitsache, einigung, vergleich': in der meinung, ob icht darzwuschen noch in der gutlichait zukommen were gewesen (v. j. 1453) act. d. ständetage Preuszens 4, 156; wie wol uns die gutlichait, wa die leidenlicher weise gefunden werden möcht, mer dann der krieg gemaint wer urk. z. gesch. d. schwäb. bundes 46 lit. ver.; ähnlich 'friedlich-schiedliches vorgehen, vergleichsverfahren': deszgelych haund die Gelter auch zuͦ gesagt by ainem raut in der gütlichait zu belyben und den drittail fallen ze lauszen städtechron. 5, 100 anm. 2.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1935), Bd. IV,I,VI (1935), Sp. 1468, Z. 35.

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Zitationshilfe
„gütlichheit“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/g%C3%BCtlichheit>, abgerufen am 14.08.2020.

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