Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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gauf

gauf
dama vel damula, secundum Papiam est animal et capra silvestris. voc. inc. teut. (geschrieben gauff); altn. heiszt der luchs gaupa f. Fritzner 194ᵇ, noch norw. gaupa Aasen² 211ᵇ, schwed. göpa, gaup u. ä. Rietz 189ᵃ; vgl. Dief. s. v. dama, wo diesz auch als gemse, dachs, hamster u. a. aufgefaszt erscheint, wie umgekehrt auch lynx zugleich als dachs 332ᵇ, nov. gl. 236ᵇ. danach mag das hd. gauf (eigentlich gaufe f.?) ein versprengter bruder jenes nordischen wortes sein.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1876), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 1542, Z. 4.

gauf, m.

gauf m
die hohle in der hand und dem fusze: der gauff, mitthöle der hand oder des fuͦsz, vola. Maaler 158ᵇ, Frisius 1403ᵇ, aus andern oberd. vocc. des 16. jh. bei Dief. 628ᵃ, n. gl. 385ᵃ vola; er zeigt den gauff des fuszes, volam pedis ostendit, i. e. in bello fugit. Henisch 1374 (also der krieger noch barfüszig gedacht). auch bei Stieler 637 gauf m., bei Schönsleder S 4ᵈ gauff vola, media pars manus, ohne angabe des geschlechtes, es ist gewöhnlich fem., s. folg., wofür aber noch schweiz. bei Stalder 1, 429 gauf m. handvoll, nebst gaufel m.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1876), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 1542, Z. 37.

gauf, m.

gauf m
'grober scherz' Frisch 1, 325ᵇ, auf grund der folg. zwei stellen:
ich hab mit euch nur gauf getrieben.
grob. 182ᵃ;
nach diesem lächerlichen gauf (dasz einer den andern in den koth geworfen)
werden sie wieder stehen auf.
das.;
was die ursach sei, dasz sie vor 3 jaren im graben geheulet? sagt Agnes, es sei in keinem bösen geschehen .. andere leut trieben doch auch gauf, ob mans dann ihr eben (gerade) so hoch ufmessen solt? hexenprocessacten v. j. 1596 in Büdingen (geschr. gkauf, der schreiber war unsicher); und nachdem (da einmal) er damals als ein ledig gsell sie gern gesehen und nach ihr gegriffen, hab sie wieder nach ihm gegriffen, und vermeint es were lauter gauf. ebenda vom j. 1614, also blosz scherz überhaupt, allerdings handgreiflicher; wollt ihr uns hier gauff vormachen, meister Paul, bis unser herr heimkehrt, so soll uns das angenehm sein. Veit Weber sagen der vorzeit 2, 44 (40), mit der erkl. anm. 'grober scherz', es ist nachher von leberreimen die rede. Die ältere form ist jauf (s. d.), z. b. im 15. jh. Germ. 3, 311, genauer jûf, s. Zarncke zu Brant s. 408ᵃ, Lexer 1, 1487; s. weiter gaufkind, gaufen. romanische worte, die anklang bieten, den schon Frisch hervorhob, wie franz. goffe plump, tölpelhaft, s. bei Diez 177 (1, 219), das g- müszte dann doch auch alt sein, falls der anklang nicht zufällig ist.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1876), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 1542, Z. 12.

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