Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

geistern

geistern
neben geisten (s. d.), vom pl. geister.
1)
spuken, umgehen wie die geister: umgehn und geistern. Stöbers Alsatia 1855 s. 202;
die alte freundin geistert auf den straszen.
Scheffel frau Avent. 191.
es ist auch bair., tirol. Schm. 2, 79, Schöpf 183.
2)
quälen, ängstigen, bair. z. b. mit bitten, er geistert aen gnue bis me ja sagt, auch mittelrhein. Kehrein 156. vergl. ags. gæstan plagen Grein 1, 374, altengl. gast erschrecken. die pluralische bildung wol von den geistern die einen plagen (s. geist 7, c. 13, e a. e.), wie ein ungestüm bittendes kind ein plagegeist genannt wird.
3)
ein geistern zaubern, geister bannen ergibt sich aus schweiz. geisterer zauberer Stalder 1, 438.
4)
tirol. ausgeistern sterben Schöpf 183, nach den 'letzten geistern', entweichenden lebensgeistern, s.geist 13, e a. e., vergl. geisten 6.
5)
von den lebensgeistern auch begeistern (neben begeisten), s. geist 13 a. e., bei Stieler 639 auch einfach geistern. vergl. auch vergeistern, entgeistern, ergeistern, das letztere auch als exanimare, betrüben, tödten Dasyp. 341ᶜ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1882), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 2751, Z. 1.
Zitationshilfe
„geistern“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geistern>, abgerufen am 22.02.2020.

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