Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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geprassel, n.

geprassel, n.
anhaltendes prasseln, getöse, s. brasseln, prasseln, gebrassel.
1)
geprassel.
a)
eigentlich: da es (das wasser des rothen meeres) nu plötzlich wider zusamen schleget, wie meinst du, was es mus für ein prausen und geprassel gewesen sein? Luther 1, 363ᵇ (Eisleben); die wellen schlugen mit gräszlichem geprassel aneinander. Pierot 1, 204; da war ein sehr grosz geprassel und getümmel worden, gleich alsz wenn viel geharnischter leute ein ander geschlagen hetten. Luther tischr. (1571) 91ᵇ;
(durch Samsons kraft) mauren, dach, zimmer und stein,
könig, fürsten, herren, gemein
mit eim geprassl und mordgeschrei
übr eim haufen stürzen entzwei.
Rollenhagen froschm. III, 3, 3, 67 Gödeke;
es stürzt mit geprassel der äther (beim gewitterregen).
Voss georg. 1, 324;
s. donnergeprassel theil 2, 1243; krachen und geprassel. ehe eines mannes 84; auf diesen (knall) folgte ein grausames geprassele. Felsenburg 3, 325; das gräszliche geprassele. ebenda; auch macht junges holz (im verbrennen) mehr geprassel als licht und wärme. J. Paul 5, 112; eine gluth ohne flamme, ohne geprassel. H. Heine (1862) 10, 203.
b)
übertragen: was denkst du unter diesem schallenden geprassel von worten? Klinger 3, 247; obersächs. geprassel, prahlerei.
c)
bildlich, gegenstand, der bei erschütterungen leicht prasselt: leipz. geprassel, schlechter, alter, wackeliger hausrath Albrecht 121ᵇ. s. gepolter 2.
2)
mit umlaut, geprässel: in dieser krankheit dünkt einen, er höre allzeit ein gethöne und gepressel vor den ohren. Dryander practicirb. (1537) 33; gott .. beweget durch ein erdbeben des kerckers grundfeste und klopffet an, das schlosz und thür auffspringet und alle band und fessel losz werden. in solchem gepressel feret der kerckermeister ausz dem schlaff. Mathesius Sar. 214ᵇ; in solchem gepressel werden alle die in grebern schlaffen, auffwachen. postilla 1, 14ᵇ; etliche leitern von schwehre der leute brechen und machen ein grewlich gebrässel. Kirchhof milit. discipl. 184;
die Griechen thäten eilends fort
sich all erheben von dem ort,
es war uffwägig jederman,
ein grosz geprässel gienge an,
gleich als wann der mittäglich wind
die wellen treiben thut geschwind.
Spreng Il. 32ᵃ;
die schlacht gieng fort, die thürnen krachten,
die feind ein grosz geprässel machten.
252ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3538, Z. 61.

gepressel

gepressel,
s. geprassel 2.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3539, Z. 73.

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Zitationshilfe
„gepressel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gepressel>.

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