Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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geröhr, geröhre, n.

geröhr, geröhre, n.
coll. zu rohr, röhre, früher auch ohne umlaut gerohr.
1)
rohrdickicht, schilf, arundinetum, geror Hüpfuff voc. (1515) J 1ᵃ, geroͤr Pinicianus prompt. (1516) B 1ᵈ:
tief was gerôr und auch der sant,
pei den schiffen, und daʒ muer.
Suchenwirt 4, 446;
si hetn den chunig so gar verfuͦrt ..
in ain gerör, da lieszn si den vil werden.
Liliencron hist. volksl. 1, 75, 29;
mit mir lieffen zwen hund
zu dem wasser in ain gerör.
Hätzlerin 2, 17, 15;
wann ewer meierei das mehrertheil in einöden und gerör bestehet. Sebiz feldbau 20 u. ö.; bonen (buhnen) und geroͤre. Dief.-Wülcker 613 (Bingen, von 1571); ein geröhre anlegen, serere. Steinbach 2, 296;
der krebs und fischleich im geröhr.
froschm. II, 6, 3 Ll 6ᵇ;
die (Geusen) sitzn und pladern im geröhr.
Opel und Cohn dreiszigj. krieg 338, 27;
wo der Kypris ein prachttempel in hellgrünem geröhr sich hebt.
Voss Theokrit 28, 4;
und sachte abwärts bog
es (kind) des geröhres schneide.
A. v. Droste-Hülshoff ausgew. dicht. 304 'die verbannten';
das ist die gebannte Spinnlenor',
die den haspel dreht im geröhre.
207 'der knabe im moor'.
als stoff zum dachdecken und hüttenbau: iru hüttlach mit gerör gemacht. städtechron. 4, 280, 10 (Augsburg, 15. jh.).
2)
aus mehreren rohrstengeln hergestellte pfeife oder flöte: wiewol Servius schreibet, das wörtelin ἴυγξ bedeute eine sondere art von pfeiffen oder gerhör. Fischart Bodinus (1586) 670.
3)
knochenröhre: das zu Straszburg .. ein gerör von S. Arbogasts arm seie. Fischart bienenk. (1581) 61ᵃ.
4)
geröhre (canales) des leibes sind die adern, die nerven. Comenius orbis pictus 1, 84.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3730, Z. 78.

geröhr, n.

geröhr, n.
abfall, schutt, mhd. gerêre rudera Scherz 1, 529, zu rêren, fallen lassen, s. rehren, röhren.
1)
vetus rudus ist gerör, alt gebrochen gemeürstein, kalckscherbe Dasyp. lat. germ. Bb 8ᵇ; rudero, ich beschitte mit gerör, mit steingemürsel. ebd.; geröhr von abgebrochenen mauren oder heusern. Golius (1588) 338, c. 87; die wege (im garten) soll man allwegen entweder mit reinem und kleinem sand, oder mit gerör von marmel oder sonst gehauenen steinen beschütten. Sebiz feldbau 237; das geröhr, kleiner, trockner mist von sand, kalch und kleinen steinlein, als die tachdecker machen Frisch 2, 126ᵃ.
2)
abfall an getreidekörnern, sandkörnchen, stäubchen, s. unter gererich sp. 3630.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3731, Z. 34.

geröhr, gerohr, n.

geröhr, gerohr, n.,
subst. verb. zu mhd. rêren, rôren, blöken, brüllen, s. rehren, röhren.
1)
gebrüll: mhd. herre, refse (züchtige) die tier des geroͤrs. Khull beitr. 10; nhd. mit dumpfem gerohr. romanzeitung 13, 802; mnd. gheroer, lärm, zank Schiller-Lübben 6, 138ᵃ.
2)
gerohr, das weinen, geweine Frehse wb. zu Reuters werken 25ᵃ. Mi wb. der mecklenb.-vorpomm. mundart 26ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3731, Z. 47.

geröhr, geröhre, n.

geröhr, geröhre, n.
coll. zu rohr, röhre, früher auch ohne umlaut gerohr.
1)
rohrdickicht, schilf, arundinetum, geror Hüpfuff voc. (1515) J 1ᵃ, geroͤr Pinicianus prompt. (1516) B 1ᵈ:
tief was gerôr und auch der sant,
pei den schiffen, und daʒ muer.
Suchenwirt 4, 446;
si hetn den chunig so gar verfuͦrt ..
in ain gerör, da lieszn si den vil werden.
Liliencron hist. volksl. 1, 75, 29;
mit mir lieffen zwen hund
zu dem wasser in ain gerör.
Hätzlerin 2, 17, 15;
wann ewer meierei das mehrertheil in einöden und gerör bestehet. Sebiz feldbau 20 u. ö.; bonen (buhnen) und geroͤre. Dief.-Wülcker 613 (Bingen, von 1571); ein geröhre anlegen, serere. Steinbach 2, 296;
der krebs und fischleich im geröhr.
froschm. II, 6, 3 Ll 6ᵇ;
die (Geusen) sitzn und pladern im geröhr.
Opel und Cohn dreiszigj. krieg 338, 27;
wo der Kypris ein prachttempel in hellgrünem geröhr sich hebt.
Voss Theokrit 28, 4;
und sachte abwärts bog
es (kind) des geröhres schneide.
A. v. Droste-Hülshoff ausgew. dicht. 304 'die verbannten';
das ist die gebannte Spinnlenor',
die den haspel dreht im geröhre.
207 'der knabe im moor'.
als stoff zum dachdecken und hüttenbau: iru hüttlach mit gerör gemacht. städtechron. 4, 280, 10 (Augsburg, 15. jh.).
2)
aus mehreren rohrstengeln hergestellte pfeife oder flöte: wiewol Servius schreibet, das wörtelin ἴυγξ bedeute eine sondere art von pfeiffen oder gerhör. Fischart Bodinus (1586) 670.
3)
knochenröhre: das zu Straszburg .. ein gerör von S. Arbogasts arm seie. Fischart bienenk. (1581) 61ᵃ.
4)
geröhre (canales) des leibes sind die adern, die nerven. Comenius orbis pictus 1, 84.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3730, Z. 78.

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Zitationshilfe
„geröhr“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/ger%C3%B6hr>, abgerufen am 27.11.2021.

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