Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

geradeweg

geradeweg,
adverb. zusammengerückt aus gerade weg, s. geradehin, geradezu.
1)
schlicht und einfach, als lob: die melodie ist ganz leicht und simpel und gerade weg (flieszend und natürlich), dasz es eine lust ist. Claudius 1, 20; mit dem tadelnden nebensinne 'schal, fade': die speise schmeckt geradeweg. s. geradehinaus.
2)
schlechtweg, ohne weiteres: Leibnitz hat die christliche religion vertheidigt. daraus gerade weg zu schlieszen, er sei ein guter christ gewesen, verräth sehr wenig weltkenntnisz. Lichtenberg verm. schriften 1, 158.
3)
ohne umstände, kurz und bündig, frischweg, unverhohlen, aufrichtig: sie würden mich gerade weg einen ruchlosen gescholten haben. Lessing 1, 390; geradeweg von der sache zu sprechen, wären sie der freiheit nicht werth. Wieland 25, 276; ein kenner von künsten, der kein wort gebraucht, das er nicht versteht, und dabei geradeweg ist. Lichtenberg 7, 316.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3557, Z. 1.

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Zitationshilfe
„geradeweg“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geradeweg>, abgerufen am 23.01.2022.

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