geradlinig
Fundstelle: Lfg. 8 (1891), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3559, Z. 77
früher geradlinicht, selten geradlinich (Hauber Archimedes, Tüb. 1798, 101) und geradlinigt (Strehlke aufgaben über das gradelinigte dreieck, Königsberg 1826).
1)
aus geraden linien bestehend, nach geraden linien laufend, gegensatz krummlinig: geradelinichter triangel, geradelinichte bewegung. mathemat. lex. 568; eine geradlinige fläche, geradlinige sonnenstrahlen, der geradlinige weg; es fanden sich daselbst (auf dem 'stern' bei Weimar) uralte gradlinige gänge und anlagen. Göthe 60, 229; die methode, aus den verwandtschaftsbezeichnungen geradlinige schlüsse auf das wesen der verwandtschaftsverhältnisse zu ziehen. zeitungsnotiz von 1889. dazu geradlinigkeit, f.
2)
übertragen auf charakter und gesinnung, im gegensatz zu ränkevoll: August dachte wohl, dasz sein geradliniger hauptmann guten grund hatte, das amt eines werbeofficiers zu scheuen. G. Freytag werke 12, 230. vgl. geradherzig, -sinnig.
Zitationshilfe
„geradlinig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geradlinig>, abgerufen am 24.10.2019.

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