Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

geradlinig

geradlinig,
früher geradlinicht, selten geradlinich (Hauber Archimedes, Tüb. 1798, 101) und geradlinigt (Strehlke aufgaben über das gradelinigte dreieck, Königsberg 1826).
1)
aus geraden linien bestehend, nach geraden linien laufend, gegensatz krummlinig: geradelinichter triangel, geradelinichte bewegung. mathemat. lex. 568; eine geradlinige fläche, geradlinige sonnenstrahlen, der geradlinige weg; es fanden sich daselbst (auf dem 'stern' bei Weimar) uralte gradlinige gänge und anlagen. Göthe 60, 229; die methode, aus den verwandtschaftsbezeichnungen geradlinige schlüsse auf das wesen der verwandtschaftsverhältnisse zu ziehen. zeitungsnotiz von 1889. dazu geradlinigkeit, f.
2)
übertragen auf charakter und gesinnung, im gegensatz zu ränkevoll: August dachte wohl, dasz sein geradliniger hauptmann guten grund hatte, das amt eines werbeofficiers zu scheuen. G. Freytag werke 12, 230. vgl. geradherzig, -sinnig.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3559, Z. 77.

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Zitationshilfe
„geradlinig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geradlinig>, abgerufen am 23.01.2022.

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