Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

geradsinn, m.

geradsinn, m.
was gerader sinn (sp. 3549 f.), der immer seinen geraden weg geht, sowol die unbeugsam rechtschaffene, aufrichtige, oder selbstbewuszte denk- und handlungsweise: er zeigte in jedem begegnisz, das sein herz ansprach, einen unbestechlichen geradsinn. Pestalozzi 11, 59; der gerad- und rechtsinn. Göthe 49, 180; ein unerreichbares beispiel von geradsinn, menschenverstand, scharfblick, durchblick. 33, 179;
fürchterlich ist euer gradsinn.
Herder 5, 153 (Cid 42);
und nicht ein schauspiel blosz, es gieng von herzen,
denn ihr geradsinn haszt der lüge zwang.
Schiller XIV, 95 (braut von Mess. 4, 1);
als der unbefangene geist, der klar und scharf das richtige erkennt: da man denn .. die lächerlichen resultate, welche nach Newton und seiner schule auf diese weise entspringen sollen, mit bloszem geradsinn beurtheilen kann. Göthe 59, 273; also fand auch Winckelmann mit seinem geradsinne, dasz hier die achse der ganzen kunstkenntnisz befestigt sei. 37, 37, vgl. 6, 214.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3560, Z. 26.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
geplärre gernhören
Zitationshilfe
„geradsinn“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geradsinn>, abgerufen am 23.01.2022.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)