Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

geramen

geramen,
mit gen. des objects, mhd. und mnd. gerâmen Lexer 1, 870. Schiller - Lübben 2, 64ᵇ, verstärktes mhd. mnd. râmen, ahd. râmên, râmjan Graff 2, 504, altn. ramma, dän. ramme, s. rahmen th. 8, 67.
1)
als ziel (mhd. râm) ins auge fassen, aufs korn nehmen: ich will nur des gewissesten geramen und anzeigen warumb gott zu solchem zeichen ein munchkalb genomen hat und das heilige kleid so verkerlich und grewlich schendet. Luther deutung des munchkalbs zu Freiberg (1523) f 4, geremen werke 2, 290ᵃ; meint ich, er sollt zur stubenthür hinausgehen, so gerämet er der thür in der jungfer kammer. briefe 6, 222;
dasz er sich stelen gar nicht schembt,
dieblich umbschlich, frembds guts gerembt.
Schade sat. u. pasqu. 1, 24, 470.
2)
als ziel treffen, erreichen: lêʒet is in got geramen. Freiberger stadtr. cap. 27, 13 u. öfter;
wolauf in hundert tausend namn
kan ich denn nimmermehr geramn
der rechten zeit, machs wie ich wil
so treff ich selten doch das zil.
Dedekind christl. ritter (1590) 46ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3561, Z. 22.

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Zitationshilfe
„geramen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geramen>, abgerufen am 23.01.2022.

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