Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gerase, n.

gerase, n.
1)
anhaltendes rasen, toben: das gerase des wahnsinnigen, des sturmes; mnl. gheraes, furor, rabies Kilian.
2)
betäubender lärm: er ist als eine geige, die ein groszes gerase machet, und inwendig hohl ist. Olearius pers. baumg. 7, 5; nicht in eiteln worten, denn diese sind wie eine pauke, die zwar viel gerase machet, aber inwendig nichts drinnen ist. 2, 12;
was für gerase der trompeten?
A. Gryphius 1, 176 (Cath. v. G. 5, 423);
da habe ich mein enckel in meiner cammer mit 3 pagen .. die machen mir ein solch gerasz, dasz ich mein eigen wordt nicht hören kan. Elis. Charl. 2, 152.
3)
lärmendes festliches treiben: hertzog musz dasz gerasz mehr lieben. Elis. Charl. 1, 313; den schadt dasz gerasz weniger, alsz denen, die wie ich, gern allein sein. 410.
4)
rasende bewegung: über dieses ist meine machina gantz unwandelbar und ohn einig gerase gantz leicht zu bewegen. Becher närrische weisheit 15.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3563, Z. 56.

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Zitationshilfe
„gerase“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gerase>, abgerufen am 23.01.2022.

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