Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

geraune, n.

geraune, n.
subst. verb. zu raunen, s.ge- II, 5, c, δ sp. 1616 und th. 8, 294.
1)
heimliches reden, geflüster, geheime mittheilung, geheime beratung, goth. garûni, συμβούλιον, mhd. geriune, gerûne mhd. wörtb. 2¹, 794. Lexer 1, 884; neuerdings wieder aufgenommen: das geraune der höflinge.
2)
die oratio secreta des priesters bei der messe: cum sacerdos pervenerit in missa in daʒ gerawn (stillmesz, canon) Schm.² 2, 106 mit der nebenform geraum, wie raumen neben raunen th. 8, 290: (der priester steht in der messe) in ainem solichen haimleichen geraum darein kain kunig nicht chomen getar. ebenda; mhd. dar nâch sô hebet der priester daʒ êrste geriume an. Berthold von Regensburg 1, 500, 1 Pf.
3)
geheimnis, ahd. garûni, karûni, girûni, kirûni, mysterium, sacramentum Graff 2, 525, alts. girûni, gerûni Hel. 1597. 2438. 4605, ags. gerŷne, wordgerŷne, verborum mysterium Grein 1, 444: von dem übernatürleichen geraune des ewigen wortes. Schm. a. a. o.
4)
gereun, heimliches gericht, s. Haltaus 677.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3583, Z. 32.

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Zitationshilfe
„geraune“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geraune>, abgerufen am 23.01.2022.

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