Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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gerausch, geräusch, n.

gerausch, geräusch n.
mhd. geriusche, md. gerûsche Lexer 1, 883, mnl. gheruysch Kilian, nnl. geruisch Kramer 1, 97ᵃ, subst. verb. zu rauschen, mhd. rûschen, riuschen.
1)
getöse, lärm, schall irgend welcher art und stärke:
dâ wart ein gerûsche (waffengetöse) grôʒ,
wand si die vîende iageten.
pass. 584, 86 Köpke;
sus huop sich unde machte
von vanen ein geriusche grôʒ.
Konrad tr. kr. 25 185;
tumultus, gerusche Dief. 601ᶜ, gereusch Alb. r 3ᵃ; gereüsch der waaffen durch einanderen Maaler 170ᵃ; ein geräusch von degen Ludwig 742; verworrenes geräusch von menschenstimmen;
mit einem gerausch und getümmel
und gar lautreisigem gebrümmel.
H. Sachs 3, 1, 212ᵃ;
ein trauwren, zittern und getümmel im gantzen hof, als wenn der könig jetzund verschiede. als aber Antipater das gereusch vermerckt, meinet er, der vatter were gewiszlich gestorben. Josephus (Frankf. 1569) 301ᵇ; mit dem lästigen geräusch zahlreicher assembleen. Musäus volksm. (1826) 4, 125; in der stille des klosters und im geräusche der welt. Göthe 20, 268;
besser im stillen reift er (jüngling) zur that oft, als im geräusche
wilden schwankenden lebens.
40, 270;
diese jugend musz lernen, in unruhe und geräusch der neuen zeit sich ihr innenleben zu bewahren. Auerbach landhaus 1, 188;
er (Wallenstein) haszt geräusch, wohnt auf dem linken (flügel) ganz allein.
Schiller XII, 371 (Wallenst. tod 5, 2);
trommeln, woran grosze bleierne kugeln an schnuren bevestigt hingen, wahrscheinlich um das geräusche des donners hervorzubringen. IV, 220, 7; geräusch des entstehenden hagels. zauberlexicon (1764) 749; gereüsch, strudel und getösz eines flieszenden wassers. Maaler 170ᵃ; eine stimm, deren getöse war wie ein geräusch vieler wasser. 4 Esra 6, 17; sie (die musen) liebeten diese angenehme waldungen, das gerausche dieser güsse und flüsse. Schuppius 848; des meers gerausch. Weckherlin bei Wackernagel 2, 267, 35;
kein
geräusch des meeres und der winde.
Schiller VI, 152;
Nüchtlands Aare, die durch beschäumte höhen
mit schreckendem geräusch und schnellen fällen eilt.
Haller ged. (1777) 54;
(die wasser) in das finstere meer mit lautem geräusch sich ergieszend.
Voss Ilias 16, 392;
(dasz) in des baches geräusch göttliche stimmen ihm wehn.
ged. 1, 128;
da kam der pferdebrunnen
mit lieblichem geräusch und murmeln hergerunnen.
Opitz 2, 47;
das geräusch der bäume und des gebüsches, wann der wind ein wenig hindurch strieche. Simpl. 1, 23 (1, 1, 5); ein ungelehrter prediger (sagt Keisersberg) sei gleich einer blasen, darin etwan nur drei erbsen ligen, die machen mehr geräusch, als ein andere, die gantz voll erbsen gesteckt sei. Zinkgref apophth. (1639) 1, 225; im maien 1578 hat sich eine grosze menge garstiger fliegen sehen lassen, so in der lufft ein geräusche gemacht, und seind von den leuten die pfaffen-mägdt genennet worden: wo sie sich auf die bäume oder kraut gesetzet, ist alles verdorben. Jer. Simon eilenburg. chronica (Leipzig 1696) 590;
so macht sie (die hewschreck) mit den flügeln auch
kein geräusch, wie sonst han in brauch
die hurnausz, weftz und hummelsart, ..
sondern gleichsam singend fürwar.
Fischart dicht. 2, 126, 38 Kurz;
das rasselnde geräusch raschrollender carossen.
Hagedorn 1, 30;
hörtest du .. kein geräusch galoppierender pferde? Schiller II, 175; groszes geräusche der fusztritte. Hederich; als Petrus Ramus anno 1552 zu Parisz seine professionem dialecticam anfieng, haben seine widersacher ein grosz gerausch und geklopff in dem auditorio angericht, meinend ihn also abzuschrecken. Zinkgref apophth. 3, 369 Weidner;
als ein geräusch von menschentritten
in die erschrocknen ohren schallt.
Schiller VI, 380;
ein leises geräusch, gleich einem schüchternen fusztritt im sande. Musäus volksm. (1839) 4, 124; sie macht mit ihrem gang gar kein geräusche. Ludwig 742; nachdem er vergebens durch allerlei geräusch sich bemerken zu machen gesucht hat. Gotter jahrmarkt (1778) 48; geräusch im halse (beim räuspern). Frisch 2, 94ᵃ; das geräusche von seufzern. Klinger 2, 357; ein gereüsch gäben wie papeir, commeditari sonitus chartarum. Maaler 326ᵇ; losen und still sein, kein gereüsch nit machen. 170ᵃ;
nur stille, kein geräusch gemacht.
Kotzebue dram. spiele 1, 36;
aber der sohn stand auf und nahte sich schweigend der thüre,
langsam und ohne geräusch.
Göthe 40, 256.
dazu das demin. gereüschle, murmurillum Maaler 170ᵃ. geräusch und gerausch werden vom neueren sprachgefühl in so fern unterschieden, als geräusch in allgemeiner bedeutung, gerausch dagegen in beschränkterem sinne nur von etwas gebraucht wird, das nach heutigem sprachgebrauche rauscht, z. b. wasser, wind, stoffe wie seide, rauschgold, vgl. Henisch 1507: gerausch, geräusch eines wassers oder dergleichen, susurrus.
2)
geräusch im gegensatz zum klang, zum wollautenden musikalischen ton: es ist offenbar, dasz alle äuszern schraubengänge und selbst das tympanum im ohr nicht eigentlich das werkzeug der empfindung sein können. sie sind da, den schall zu reinigen, zu verstärken, zu modificiren; sie sind die kleine welt, die aus dem, was bisher bloszes geräusch, blosze luftundulation war, den ton nur erst zubereiten und gleichsam schmieden. Herder IV, 96 Suphan, vgl. 100; es (das öftere anschlagen einerlei griffe) macht ein grosz geräusch und verdirbet die melodie des basses, als welche vor allen andern deutlich musz vernommen werden. Mattheson exemplar. organistenprobe im artikel vom generalbasz (Hamb. 1719) 2, 13; was unterscheidet das blosze geräusch, das man nur angenehm nennt, von dem musikalischen ton, den man schön nennt? Engel 4, 282; musiklärm: nach geendigtem musikgeräusch (bei einem fackelständchen) kam er herab. Göthe 26, 47; alle instrumente fallen ein mit groszem geräusch. Schiller XIII, 396.
3)
geräuschvolle schaar: mhd.
dô kam ein grôʒ geriusche
von liuten ûf si zwêne dar.
Konrad troj. krieg 34608;
nhd. der begierden ein grosz gereusch ..
die all mit ketten und mit stricken
grimmiklich theten auff mich plicken.
H. Sachs 1, 309ᵃ.
4)
geräuschvolles, prahlerisches, aufsehen und gerede erregendes thun und wesen, aufhebens: dasjenige, was man itzt mit einem fremden ausdrucke das populäre nennt, wovon man oft mit so viel geräusche spricht, ohne zu wissen, worinn die schwere kunst besteht, für die menge verständlich und doch einnehmend zu reden. Gellert 10, 20; zu der äuszern herzhaftigkeit gehört noch eine gattung, wobei weniger geräusche ist, die dagegen mehr gründliches hat. Abbt 1, 75; so wird aus dem stillen in sich gekehrten wesen des echten stolzes geräusch und gepränge. Engel 7, 290; manche, die ein groszes geräusch mit ihrer tugend macht. Wieland 12, 127; Gellerts andenken bedarf keines eitlen geräusches schwärmerischer lobeserhebungen. Cramer bei Adelung; beurtheilung, die einem lehrmeistertone sich nähert, die bei dem geräusche arm, bei aller pracht von belesenheit .. kurzsichtig und bei allen planen und vorschlägen dürre sein möchte. Herder 2, 79;
theils wollt er das geräusch der stolzen hoheit missen.
J. E. Schlegel 4, 8.
5)
aufsehen, ohne tadelnden nebensinn: das gereusche, rumor, sermo communis Stieler 1538; sie (briefe) sind an einen freund geschrieben, welcher den hrn. Mylius nur bei dem letzten geräusche, welches er machte, recht kennen lernte. Lessing 4, 443;
zu beweisen wärs
doch nicht und würde weniger geräusch erregen.
Schiller XII, 441 (M. Stuart 1, 8).
6)
bei den ärzten, durch das stethoskop hörbares summendes geräusch in den blutgefäszen: herzklappen-, venengeräusch, letzteres auch nonnen-, kreisel- oder teufelsgeräusch genannt; das geräusch der ohren. Aler 900ᵃ.
7)
geräusch oder rauschbrand, eine infectionskrankheit der rinder, 'sie kennzeichnet sich durch das schnelle auftreten von teigigen anschwellungen in unterhautzellgewebe und muskeln, in denen eine gasentwicklung stattfindet, so dasz beim darüberstreichen ein knisterndes geräusch wahrgenommen wird' Krafft landw.-lexikon² 723ᵇ, s. Schm.² 2, 155. Delling 1, 209 und vergl. rausch 4, th. 8, 305.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3583, Z. 51.

geräusch, n.

geräusch n
gestrüpp, eine collectivbildung, deren stamm in dem plur. räuschen bei Fischart:
flugs grif sie zu mit baiden fäusten
und jagt sie tapfer durch die räuschen.
flöhhatz 1402 Kurz
und in der form mit kurzem vocal vorliegt in mhd. rusche, rusch, f. binse, mnd. rusch, risch, risk, binse, schilfrohr, nd. risch, rusch, rusk, ags. risce, resce, altengl. rusche, rische, resche, engl. rush, rish, ostfries. rüske: die sperber findet man im winter gemeinglich in dem groszen gehöltz jrgends an einem rauhen ort und geräusch sitzen. Sebiz feldbau (1580) 607;
mitten ins gehecke .. das gereusch
wuchs uberhin.
B. Ringwaldt evang. K 5ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3585, Z. 44.

gerausch, geräusch, n.

gerausch, geräusch n.
mhd. geriusche, md. gerûsche Lexer 1, 883, mnl. gheruysch Kilian, nnl. geruisch Kramer 1, 97ᵃ, subst. verb. zu rauschen, mhd. rûschen, riuschen.
1)
getöse, lärm, schall irgend welcher art und stärke:
dâ wart ein gerûsche (waffengetöse) grôʒ,
wand si die vîende iageten.
pass. 584, 86 Köpke;
sus huop sich unde machte
von vanen ein geriusche grôʒ.
Konrad tr. kr. 25 185;
tumultus, gerusche Dief. 601ᶜ, gereusch Alb. r 3ᵃ; gereüsch der waaffen durch einanderen Maaler 170ᵃ; ein geräusch von degen Ludwig 742; verworrenes geräusch von menschenstimmen;
mit einem gerausch und getümmel
und gar lautreisigem gebrümmel.
H. Sachs 3, 1, 212ᵃ;
ein trauwren, zittern und getümmel im gantzen hof, als wenn der könig jetzund verschiede. als aber Antipater das gereusch vermerckt, meinet er, der vatter were gewiszlich gestorben. Josephus (Frankf. 1569) 301ᵇ; mit dem lästigen geräusch zahlreicher assembleen. Musäus volksm. (1826) 4, 125; in der stille des klosters und im geräusche der welt. Göthe 20, 268;
besser im stillen reift er (jüngling) zur that oft, als im geräusche
wilden schwankenden lebens.
40, 270;
diese jugend musz lernen, in unruhe und geräusch der neuen zeit sich ihr innenleben zu bewahren. Auerbach landhaus 1, 188;
er (Wallenstein) haszt geräusch, wohnt auf dem linken (flügel) ganz allein.
Schiller XII, 371 (Wallenst. tod 5, 2);
trommeln, woran grosze bleierne kugeln an schnuren bevestigt hingen, wahrscheinlich um das geräusche des donners hervorzubringen. IV, 220, 7; geräusch des entstehenden hagels. zauberlexicon (1764) 749; gereüsch, strudel und getösz eines flieszenden wassers. Maaler 170ᵃ; eine stimm, deren getöse war wie ein geräusch vieler wasser. 4 Esra 6, 17; sie (die musen) liebeten diese angenehme waldungen, das gerausche dieser güsse und flüsse. Schuppius 848; des meers gerausch. Weckherlin bei Wackernagel 2, 267, 35;
kein
geräusch des meeres und der winde.
Schiller VI, 152;
Nüchtlands Aare, die durch beschäumte höhen
mit schreckendem geräusch und schnellen fällen eilt.
Haller ged. (1777) 54;
(die wasser) in das finstere meer mit lautem geräusch sich ergieszend.
Voss Ilias 16, 392;
(dasz) in des baches geräusch göttliche stimmen ihm wehn.
ged. 1, 128;
da kam der pferdebrunnen
mit lieblichem geräusch und murmeln hergerunnen.
Opitz 2, 47;
das geräusch der bäume und des gebüsches, wann der wind ein wenig hindurch strieche. Simpl. 1, 23 (1, 1, 5); ein ungelehrter prediger (sagt Keisersberg) sei gleich einer blasen, darin etwan nur drei erbsen ligen, die machen mehr geräusch, als ein andere, die gantz voll erbsen gesteckt sei. Zinkgref apophth. (1639) 1, 225; im maien 1578 hat sich eine grosze menge garstiger fliegen sehen lassen, so in der lufft ein geräusche gemacht, und seind von den leuten die pfaffen-mägdt genennet worden: wo sie sich auf die bäume oder kraut gesetzet, ist alles verdorben. Jer. Simon eilenburg. chronica (Leipzig 1696) 590;
so macht sie (die hewschreck) mit den flügeln auch
kein geräusch, wie sonst han in brauch
die hurnausz, weftz und hummelsart, ..
sondern gleichsam singend fürwar.
Fischart dicht. 2, 126, 38 Kurz;
das rasselnde geräusch raschrollender carossen.
Hagedorn 1, 30;
hörtest du .. kein geräusch galoppierender pferde? Schiller II, 175; groszes geräusche der fusztritte. Hederich; als Petrus Ramus anno 1552 zu Parisz seine professionem dialecticam anfieng, haben seine widersacher ein grosz gerausch und geklopff in dem auditorio angericht, meinend ihn also abzuschrecken. Zinkgref apophth. 3, 369 Weidner;
als ein geräusch von menschentritten
in die erschrocknen ohren schallt.
Schiller VI, 380;
ein leises geräusch, gleich einem schüchternen fusztritt im sande. Musäus volksm. (1839) 4, 124; sie macht mit ihrem gang gar kein geräusche. Ludwig 742; nachdem er vergebens durch allerlei geräusch sich bemerken zu machen gesucht hat. Gotter jahrmarkt (1778) 48; geräusch im halse (beim räuspern). Frisch 2, 94ᵃ; das geräusche von seufzern. Klinger 2, 357; ein gereüsch gäben wie papeir, commeditari sonitus chartarum. Maaler 326ᵇ; losen und still sein, kein gereüsch nit machen. 170ᵃ;
nur stille, kein geräusch gemacht.
Kotzebue dram. spiele 1, 36;
aber der sohn stand auf und nahte sich schweigend der thüre,
langsam und ohne geräusch.
Göthe 40, 256.
dazu das demin. gereüschle, murmurillum Maaler 170ᵃ. geräusch und gerausch werden vom neueren sprachgefühl in so fern unterschieden, als geräusch in allgemeiner bedeutung, gerausch dagegen in beschränkterem sinne nur von etwas gebraucht wird, das nach heutigem sprachgebrauche rauscht, z. b. wasser, wind, stoffe wie seide, rauschgold, vgl. Henisch 1507: gerausch, geräusch eines wassers oder dergleichen, susurrus.
2)
geräusch im gegensatz zum klang, zum wollautenden musikalischen ton: es ist offenbar, dasz alle äuszern schraubengänge und selbst das tympanum im ohr nicht eigentlich das werkzeug der empfindung sein können. sie sind da, den schall zu reinigen, zu verstärken, zu modificiren; sie sind die kleine welt, die aus dem, was bisher bloszes geräusch, blosze luftundulation war, den ton nur erst zubereiten und gleichsam schmieden. Herder IV, 96 Suphan, vgl. 100; es (das öftere anschlagen einerlei griffe) macht ein grosz geräusch und verdirbet die melodie des basses, als welche vor allen andern deutlich musz vernommen werden. Mattheson exemplar. organistenprobe im artikel vom generalbasz (Hamb. 1719) 2, 13; was unterscheidet das blosze geräusch, das man nur angenehm nennt, von dem musikalischen ton, den man schön nennt? Engel 4, 282; musiklärm: nach geendigtem musikgeräusch (bei einem fackelständchen) kam er herab. Göthe 26, 47; alle instrumente fallen ein mit groszem geräusch. Schiller XIII, 396.
3)
geräuschvolle schaar: mhd.
dô kam ein grôʒ geriusche
von liuten ûf si zwêne dar.
Konrad troj. krieg 34608;
nhd. der begierden ein grosz gereusch ..
die all mit ketten und mit stricken
grimmiklich theten auff mich plicken.
H. Sachs 1, 309ᵃ.
4)
geräuschvolles, prahlerisches, aufsehen und gerede erregendes thun und wesen, aufhebens: dasjenige, was man itzt mit einem fremden ausdrucke das populäre nennt, wovon man oft mit so viel geräusche spricht, ohne zu wissen, worinn die schwere kunst besteht, für die menge verständlich und doch einnehmend zu reden. Gellert 10, 20; zu der äuszern herzhaftigkeit gehört noch eine gattung, wobei weniger geräusche ist, die dagegen mehr gründliches hat. Abbt 1, 75; so wird aus dem stillen in sich gekehrten wesen des echten stolzes geräusch und gepränge. Engel 7, 290; manche, die ein groszes geräusch mit ihrer tugend macht. Wieland 12, 127; Gellerts andenken bedarf keines eitlen geräusches schwärmerischer lobeserhebungen. Cramer bei Adelung; beurtheilung, die einem lehrmeistertone sich nähert, die bei dem geräusche arm, bei aller pracht von belesenheit .. kurzsichtig und bei allen planen und vorschlägen dürre sein möchte. Herder 2, 79;
theils wollt er das geräusch der stolzen hoheit missen.
J. E. Schlegel 4, 8.
5)
aufsehen, ohne tadelnden nebensinn: das gereusche, rumor, sermo communis Stieler 1538; sie (briefe) sind an einen freund geschrieben, welcher den hrn. Mylius nur bei dem letzten geräusche, welches er machte, recht kennen lernte. Lessing 4, 443;
zu beweisen wärs
doch nicht und würde weniger geräusch erregen.
Schiller XII, 441 (M. Stuart 1, 8).
6)
bei den ärzten, durch das stethoskop hörbares summendes geräusch in den blutgefäszen: herzklappen-, venengeräusch, letzteres auch nonnen-, kreisel- oder teufelsgeräusch genannt; das geräusch der ohren. Aler 900ᵃ.
7)
geräusch oder rauschbrand, eine infectionskrankheit der rinder, 'sie kennzeichnet sich durch das schnelle auftreten von teigigen anschwellungen in unterhautzellgewebe und muskeln, in denen eine gasentwicklung stattfindet, so dasz beim darüberstreichen ein knisterndes geräusch wahrgenommen wird' Krafft landw.-lexikon² 723ᵇ, s. Schm.² 2, 155. Delling 1, 209 und vergl. rausch 4, th. 8, 305.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3583, Z. 51.

geräusch, n.

geräusch n
ein jäger- und küchenwort dunkeln ursprungs. im altnord. bedeutet rask, n., sowol intestina piscium als tumultus Haldorsen 1, 192ᵇ; mnd. rusch, inghewede, intestina Schiller-Lübben 3, 534ᵃ. wie geweide neben ingeweide eingeweide, geraid gereit neben ingereit ingeräth, so steht geräusch neben einem älter belegbaren ingeräusch eingeräusch, mhd. ingeriusche, s. diese wörter und Schm.² 2, 156.
1)
das eszbare edlere eingeweide, herz, lunge und leber des rot- und schwarzwildes, sowie des schlachtviehs: gereusch heiszet herz lung und leber von wilden thieren. Fleming teutsch. jäger 107; das geräusche oder das gelünge, oder auch die luntze. Döbel jägerpract. 1, 17; gerausch Becher 49; das geräusche gehört nach altem herkommen dem jäger. Jacobsson 2, 61ᵃ; geräusch oder eingeweid von einem rind. Rädlein 358ᵃ; nim ein gereusch, wie es aus dem kalb kommt. Gäbelkhover 3. 163; heisze dir ein lemblin geben und koche uns das gehenck oder gereusch auff dasz wirs essen. wegkürzer 14; auch bei vögeln: der auerhahn hat ein geräusch und gescheide. Döbel 1, 45; augsburg. das gansgereusch Schm.² 2, 156.
2)
vermuthlich eine nachahmung des vorigen ist der ausdruck semmelgeräusch, eine speise aus semmel, milch und ei, in butter gebacken. Allestein kochbuch 304.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3585, Z. 57.

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