Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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gerede, n.

gerede, n.
subst. verb. zu reden.
1)
die rede, im plural: wise gerede. Dief.-Wülcker 613 (Frankfurt, von 1412);
o Jesu, wie grosz sind deine gerede.
J. Prätorius Saturnalia (1663) 391.
2)
besprechung, verhandlung: zum ersten ist zu wissen, das pantaiding ist als vil gesprochen als 'geredt bei dem aid oder bei dem pann'. östr. weisth. 6, 60, 7 (16. jahrh.).
3)
wiederholtes reden, des einzelnen wie der groszen menge: es ist ein groszes gered darvon. Krämer 536ᵇ; mittlerweile hatten wir alle morgen die gemessene ordre erhalten, scharf zu laden, dieses veranlaszte unter den ältern soldaten immer ein gerede: heute giebts was! heut setzts gewisz was ab! armer mann im Tockenburg 145; es ward aufgebrochen unter vielem gerede durcheinander. J. Gotthelf 7, 194;
heiliger Luther, bitte für die armen,
dasz ihr stammelnd gered ihr ohr vernehme!
Klopstock 2, 99;
überall rauschte gered umher von der lehre des fremdlings.
Sonnenberg bei Campe;
dann gabs ein gerede (der vocale und consonanten), man weisz nicht wie,
das nennt man eine akademie.
Göthe 2, 211.
a)
namentlich wenn jemanden etwas nachtheiliges nachgesagt wird, üble nachrede: damit ich mich nicht ungehorsam gegen euch erzeige, wil ich dem ritter diesen brieff zuhanden uberlieffern, mit dem geredt von der jungfrawen gieng. buch d. liebe 248, 1;
und man kommt ins gered', wie man sich immer stellt.
Göthe 12, 167;
wenn sie viel mit ihm gesehen werden, so kommen auch sie ins gerede. Freytag werke 13, 59; das würde nur gerede bei den nachbarn geben. Lenz 1, 263; dies wurde bald im ganzen lande ruchbar und verursachte vieles gerede bei groszen herren und gemeinen leuten. Schwab Griseldis 15; nach dem gerede der stadt. Arnim 1, 318; froh der erneuten beobachtung, dasz die meisten menschen doch besser und geistreicher sind, als das gerede über sie. 2, 52;
sondern wir fürchten nur das gerede der männer und weiber.
Voss Odyss. (1781) 21, 323;
in glanz und ehr und überflusz könnt ihr
der menschen urtheil und gered' verlachen.
Schiller XII, 372 (Wallenst. tod 5, 2).
b)
oft mit herabsetzendem oder verächtlichem nebensinn, geschwätz: wer ist dem gerede unhold, dasz unsere erzväter vor der sündfluth kein fleisch gegessen haben. Hippel ehe 5, 112; verschont mich mit dem spasz! ich habe das gerede recht satt. Göthe 11, 118;
mit dem gered da ist's nicht gethan.
Schiller XII, 44 (Wallenst. lager 11);
in all dem gerede und gefiedel (des festes mit wahlreden und musik) rufe ich immer im stillen: vivat die union! Freytag journalisten 2, 2; leeres, albernes, böswilliges gerede.
c)
gerücht: gerede, a rumour Ludwig 743; es gehet das gerede, dasz u. s. w. Adelung; sollten wir uns in einer so wichtigen sache blos durch ein so ungewisses gerede (vorher gerücht) bestimmen lassen? Göthe 19, 32.
d)
gegenstand des geredes: sich zum gerede der stadt machen. Adelung.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3615, Z. 75.

gerede, f.

gerede, f.,
s. geräde; n., s. gereite; adj., s. gerad, gereit.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3616, Z. 55.

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Zitationshilfe
„gerede“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gerede>, abgerufen am 07.12.2021.

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