Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gerichtlein, n.

gerichtlein, n.,
dimin. zu gericht.
1)
kleine tracht speise: gerichtlin, parvulum ferculum, ein gerichtlin krauts Henisch 1514; ein gut gerihtlin. buch v. g. speise 45; das ist ein lust, wenn ein hauszvater mit seinem weib und kindern jre gerichtlein mit gott, lieb und wolgefallen mit einander essen. Mathesius hochzeitpr. (1584) 115ᵃ; ein kleines aber zu essen gutes gerichtlein. Prätorius glückstopf 437; bildlich:
(einladen) nur auf ein butterbrot und ein gerichtlein
gerngesehn!
Voss bei Campe.
2)
gerichtl, bügel und dohnen zum vogelfang Train 2, 210; schweiz. gerichtli, hölzchen, womit man eine mäusefalle richtet Stalder 2, 273.
3)
kleines gericht, dorfgericht: die vorgenanten gerichtlin haben nit witer ze richten, dann so verr und ire güter begriffend, die von alter her in die genanten hof und wiler gehorint. weisth. 6, 336, 3 fg. (15. jahrh.).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3652, Z. 29.

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Zitationshilfe
„gerichtlein“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gerichtlein>, abgerufen am 03.12.2021.

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